Die Aktiv-Passiv-Debatte wird mit immer leidenschaftlicheren Argumenten ausgetragen. Eine Gruppe von Finanzfirmen kann dem Schlagabtausch beruhigt von der Außenlinie zuschauen: Gemeint sind die Anbieter von Indizes, die sowohl von klassischen Fondshäusern zur Messung ihres Investmenterfolgs als auch von ETF-Entwicklern hergenommen werden. Folge: Das entsprechende Geschäft mit Indexlizenzen floriert.

Nun hat der Indexarchitekt Solactive aus Frankfurt als einer der ersten seiner Branche sowohl von der deutschen Finanzaufsicht Bafin als auch deren europäischem Pendant Esma grünes Licht für seine rund 1.700 eigenentwickelten Kursbarometer bekommen. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, hat es in einem aufwendigen Prozess binnen 18 Monaten alle Nachweise erbracht, dass es seine Indizes mit der nötigen Integrität erstellt, berechnet, pflegt und etwaigen Manipulationsversuchen hinreichend vorbeugt.

Hintergrund ist, dass von kommendem Jahr an Fonds, ETFs und Zertifikate EU-weit nur noch auf Indizes von als sogenannten "Benchmark-Administratoren" registrierten Anbietern vertrieben werden dürfen, erläutert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Beweggrund für die Regulierer waren die aufsehenerregenden Skandale um die systematische Manipulation von Referenzzinssätzen wie Euribor und Libor.  "Wir sehen diese europäische Benchmarkregulierung als wichtigen legistischen Baustein, der wesentlich dazu beitragen soll, potentielle Interessenkonflikte im Indexgeschäft auszuschließen", sagt Solacitve-Vorstandschef Steffen Scheuble. Man sei sehr erfeut, diesen Meilenstein erreicht zu haben. (kb/ps)