Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt Deutschland in seinem Jahresbericht ein gutes Zeugnis aus, betrachtet die Immobilienpreise in deutschen Großstädten allerdings mit Sorge. Das berichtet der "Stern". In den meisten Regionen Deutschlands sind die Preise für Häuser und Wohnungen laut IWF zwar vollkommen im Rahmen. Doch in einigen Großstädten sind die Preise in den letzten Jahren so aus dem Ruder gelaufen, dass die Experten klare Anzeichen für eine Überbewertung sehen. Besonders überhitzt ist der Markt dem Bericht zufolge in München, Hannover, Hamburg und Frankfurt. 

In der bayerischen Landeshauptstadt lagen die Immobilienpreise im Jahr 2017 um 46 Prozent über dem Niveau, das angesichts der sonstigen Fundamentaldaten angemessen erschien, geht aus dem Bericht hervor. In Hannover, Hamburg und Frankfurt sind die Preise um 25 bis 30 Prozent zu hoch. Auch für Stuttgart und Düsseldorf konstatiert der IWF eine Überbewertung von zehn bis 15 Prozent. Hier sei der Trend aber zuletzt gestoppt worden.

Blasengefahr lässt sich nicht abschließend beurteilen
Auch im europäischen Vergleich erscheint den IWF-Experten die Preisentwicklung in deutschen Großstädten als zu stark. Sie verweisen darauf, dass etwa in Kopenhagen, Madrid oder Rom die Einkommen schneller steigen als die Häuserpreise. Ob die Blasen-Entwicklung in den Städten eine Gefahr für die finanzielle Stabilität des Immobiliensektors darstellt, lässt sich dem IWF zufolge aber nicht abschließend beurteilen: Dazu fehlten wichtige Daten. Die Experten raten dazu, mehr Daten über einzelne Kreditvergaben und regionale Unterschiede bei der Kreditvergabe zu erheben. (fp)