Der Preisanstieg bei Österreichs Immobilien hat sich laut Zahlen der Österreichischen Nationalbank im Jahr 2018 verfestigt. Im vierten Quartal stiegen die Preise österreichweit im Vergleich zum Jahr davor um 7,1 Prozent (nach 8,0 % im dritten Quartal). Im Vergleich zum Vorquartal war hingegen ein leichter Rückgang des Preisniveaus zu verzeichnen.

Während die Immobilienpreise in den Bundesländern ohne Wien im vierten Quartal 2018 um 8,2 Prozent im Jahresvergleich (nach 9,7 % im dritten Quartal) kletterten, war der Preisanstieg in Wien mit 6,4 Prozent etwas moderater. Für das Jahr 2018 ergab sich damit für das gesamte Bundesgebiet eine Steigerungsrate im Vorjahrsvergleich von 6,8 Prozent (nach 3,8 % im Jahr 2017). Dabei war der Preisauftrieb in den Bundesländern ohne Wien mit 8,4 Prozent deutlich stärker ausgeprägt als in Wien mit 5,2 Prozent.

Wohnungsangebot wächst derzeit stärker als die Nachfrage
Gemäß dem Fundamentalpreisindikator der OeNB für Wohnimmobilien lagen die Wohnimmobilienpreise in Österreich im vierten Quartal 2018 um 13 Prozent über den Fundamentalfaktoren (Wien: 23 %). Diese Werte sind im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal somit leicht zurückgegangen. In einer längerfristigen Perspektive weicht die Preisentwicklung bei Wohnimmobilien – insbesondere in Wien – jedoch in zunehmendem Maß von den im OeNB-Fundamentalpreisindikator abgebildeten Erklärungsfaktoren ab.

Nachfrageüberhang bis zum Jahr 2020 abgebaut
Die Wohnbautätigkeit entwickelte sich im Jahr 2018 wie schon im Vorjahr dynamisch. Im Jahr 2017 wurden laut Statistik Austria rund 60.200 Wohnungen fertiggestellt; im Jahr 2018 waren es nach OeNB-Schätzungen um rund 6.500 mehr. Die im Jahr 2018 sinkende Anzahl von Baubewilligungen nach dem Rekordjahr 2017 deutet jedoch auf ein Auslaufen des Baubooms hin. Gleichzeitig schwächte sich die Wohnungsnachfrage (nach ihrem Höhepunkt im Jahr 2016 mit 71.500 Wohnungen) deutlich ab und lag 2018 bei 45.400.

Damit geht der Nachfrageüberhang, der im Jahr 2016 noch bei 64.000 fehlenden Wohnungen lag, auf 31.000 Wohnungen zurück. Österreichweit dürfte der Nachfrageüberhang bis 2020 abgebaut sein. Für Wien ist jedoch auch dann weiter mit einem Nachfrageüberhang zu rechnen.

Stabiles Wachstum bei Wohnbaukrediten an private Haushalte
Das Wachstum der Wohnbaukredite an private Haushalte war zu Beginn des heurigen Jahres weitgehend stabil und betrug im März 2019 im Vorjahresvergleich fünf Prozent. Zwar wurden die Kreditrichtlinien für die Aufnahme von Wohnbaukrediten im ersten Quartal 2019 leicht verschärft, die Kreditzinsen sanken aber bis zuletzt weiter und waren im März 2019 mit 1,77 Prozent um 5 Basispunkte niedriger als vor Jahresfrist.

Der effektive Jahreszinssatz für Wohnbaukredite, der die Gesamtkosten eines Kredits – bestehend aus der Zinskomponente und sonstige (mit dem Kredit verbundene) Kosten – abdeckt, war im Februar 2019 mit 2,21 Prozent hingegen minimal (um 1 Basispunkt) höher als vor Jahresfrist. (gp)