Wie schon im ersten Halbjahr 2019 und 2020 ist der Einfamilienhausmarkt auch im Jahr 2021 spürbar rückläufig. Dies geht aus dem aktuellen Immospiegel von Remax und Immounited hervor. In absoluten Zahlen wurden 4.763 Einfamilienhäuser von Jänner bis Juni 2021 für neue Eigentümer verbüchert – 2018 waren es noch um 1.156 mehr. Damit liegt das erste Halbjahr 2021, den Verbücherungszahlen nach, hinter den Jahren 2015 bis 2020.

Die Preise sind österreichweit allerdings weiter gestiegen. Im Fünfjahresvergleich zeigt sich ein nominaler Zuwachs bei den Einfamilienhauspreisen von 50,4 Prozent, dies bedeutet eine durchschnittliche jährliche Preisveränderung von 7,05 Prozent. Von 2020 auf 2021 erhöhten sich die Preise um 13,5 Prozent.

Mehrere Ursachen für den enormen Preisanstieg
Bei der Preisentwicklung für Einfamilienhäuser kommen laut der Experten mehrere Faktoren zusammen. "Das Angebot ist zurückgegangen, weil nicht nur manche Kaufinteressenten, sondern auch manche Eigentümer Grundbuch statt Sparbuch bevorzugen und dann – aufgrund der Wirtschaftssituation und der Investmentmöglichkeiten – doch lieber auf Sicherheit setzen und einen ins Auge gefassten Verkaufstermin immer weiter vor sich herschieben", erklärt Remax-Research-Experte Anton Nenning.

Die Alternative zum Hauskauf, der Hausbau, sei aufgrund der stark gestiegenen Grundstückpreise und der ebenso explodierenden Hausbaupreise für so manche außer Reichweite gerückt und das erhöhe den Nachfragedruck bei den Gebrauchtimmobilien. "In manchen Gegenden standen vor gut zehn Jahren gebrauchte Einfamilienhäuser mit Preisen über 250.000 Euro im Wettbewerb zum Neubau, diese Grenze hat sich mittlerweile auf über 350.000 Euro verschoben", so Nenning. "Und nicht zuletzt sind die Immobilien nicht mehr dieselben. Die vor zehn Jahren verkauften Häuser sind meist in den 1950er und 1960er Jahren gebaut worden. Mittlerweile liegt der Schwerpunkt bei Objekten aus den 1970er und teilweise den 1980er Jahren – wesentlich größer und deutlich aufwendiger gebaut und schon allein deswegen wesentlich mehr wert." (gp)