Immobilien "verwundbar": Norwegens Staatsfonds ändert Strategie
Norwegens Staatsfonds überarbeitet seine Immobilienstrategie grundlegend. Nach schwachen Ergebnissen will der größte Fonds der Welt ab 2026 breiter investieren – geografisch wie sektoral. Auch bei Finanzierung und erneuerbaren Energien stehen Anpassungen bevor.
Der 2,1 Billionen US-Dollar schwere norwegische Staatsfonds stellt seine Immobilienstrategie neu auf. Wie Norges Bank Investment Management (NBIM) in einem Schreiben an das Finanzministerium mitteilt, sollen die Investitionen ab 2026 geografisch und sektoral deutlich breiter diversifiziert werden.
Unter Druck wegen Homeoffice und Onlinehandel
Die bisherige Fokussierung auf Direktinvestitionen in traditionelle Immobiliensegmente und auf wenige Länder und Städte habe sich als "verwundbar" gegenüber großen Marktveränderungen erwiesen, so NBIM. Entwicklungen wie Homeoffice und Onlinehandel hätten die Strategie unter Druck gesetzt. Zudem erforderten klassische Segmente heute mehr operatives Management, während jüngere Sektoren inzwischen für institutionelle Investoren zugänglich geworden seien.
Immobilienrenditen bleiben hinter Aktien und Anleihen zurück
Sowohl börsennotierte als auch nicht börsennotierte Immobilien hätten enttäuscht, schreiben die Fondsmanager. "Dies hat dazu beigetragen, dass das Immobilienportfolio schwächere Renditen erzielt hat als die Aktien und Anleihen, die wir zur Finanzierung der Investitionen verkauft haben."
Ende Juni 2025 hielt NBIM Immobilien in 15 Ländern Europas, der USA und Japans im Gesamtwert von 365 Milliarden norwegischen Kronen – rund 36 Milliarden Dollar. Der Immobilienanteil betrug etwa 1,9 Prozent des Gesamtportfolios. Im Mai dieses Jahres hatte der Fonds Alexander Knapp als neuen globalen Immobilienchef eingestellt.
Neuer Finanzierungsrahmen für Transaktionen geplant
NBIM strebt zudem "ein granulareres Rahmenwerk" für die Finanzierung von Immobiliengeschäften an. "Investitionen in etablierte Segmente mit niedrigen Leerstandsquoten werden einen geringeren Eigenkapitalanteil haben, während Projekte mit operativem Aufwand, in neueren oder entstehenden Sektoren oder mit Entwicklungsrisiken einen höheren Eigenkapitalanteil aufweisen werden", heißt es in dem Schreiben.
Wachstum bei Erneuerbaren – US-Präsenz ausgebaut
Der Fonds will außerdem seine Investments in nicht börsennotierte Projekte im Bereich erneuerbare Energien ausweiten und hat dafür seine US-Vertretung bereits verstärkt. Ein strategisches Papier mit weiteren Details soll am 10. Dezember veröffentlicht werden. (mb/Bloomberg)















