Der Kärntner Ausgleichszahlungs-Fonds (KAF) machte vergangenen Freitag den ehemaligen Gläubigern der Hypo Alpe das Angebot, den so genannten "Bedingten Zusätzlichen Kaufpreisteil" (BZK) vorzeitig abzulösen. Laut den Bedingungen würde er eigentlich erst nach vollständiger Liquidierung der Bad Bank Heta Asset Resolution AG fällig, die nach dem zuletzt gültigen Fahrplan bis etwa ins Jahr 2030 dauern würde.

Die nun angebotene Zahlung entspricht 7,29 Prozent des Nennwerts der nicht-nachrangigen Verbindlichkeiten der Bank für die Gläubiger, die sich vor sechs Jahren an der Umschuldung unter der Ägide der österreichischen Bundesregierung beteiligt haben – die überwiegende Mehrheit. Insgesamt geht es um rund eine Dreiviertelmilliarde Euro.

Gewinne für Hedgefonds mit dem richtigen Riecher
Lukrativ waren die BZKs, auf Englisch auch als CAPPs bekannt, vor allem für bestimmte Hedgefonds, die diese den ursprünglichen Gläubigern für oftmals nur einen Bruchteil des jetzigen Wertes abkaufen konnten. Lange konnten sich viele Gläubiger nicht vorstellen, dass die Abwicklung der Heta mehr Erträge bringt, als geplant. Wer diesbezüglich den richtigen Riecher hatte, kann nun Gewinne einfahren.

Um die vorzeitige Zahlung zu erhalten, müssen die Investoren auf weitere Ansprüche verzichten. Zu den Gründen für das Angebot machte der KAF keine Angaben. Eine schnellere Auszahlung dürfte jedoch den Verwaltungsaufwand und die Kosten für das Halten hoher Barmittelbestände verringern.

Höhere Quote als ursprünglich erwartet
Die Verwertung der Vermögenswerte der Hypo Alpe Adria brachte deutlich mehr, als zu Beginn angenommen. Im Zuge der geordneten Abwicklung kam ein Erlös von 10,85 Milliarden Euro herein. Das entspricht einer Befriedigungsquote von 86,32 Prozent, wie die Abbaugesellschaft Heta Ende 2021 mitteilte. Als ihr im Jahr 2015 von der FMA die Hypo zur geordneten Abwicklung übertragen wurde, gingen die Gutachten im Falle der Abwicklung gemäß der damals neuen gesetzlichen Regeln von einem Erlös von nur 7,3 Milliarden Euro aus, also einer Befriedigungsquote von rund 46,02 Prozent aus (eine Insolvenz hätte laut Gutachten überhaupt nur eine Quote von 35 Prozent gebracht). (eml)