Nachdem Ende der letzten Woche in Deutschland sowohl der Auftragseingang der Industrie als auch die Industrieproduktion mit je einem Monatsanschub von 2,6 Prozent positiv überraschten, sollte auch der Mai-Handelsbilanzsaldo im Monatsvergleich zugelegt haben. Nach dem saisonbereinigten Überschuss von 19,4 Milliarden Euro im April erwarten die Analysten der HSBC einen leichten Anstieg auf 19,9 Milliarden Euro. Insgesamt dürften damit die Mai-Konjunkturdaten das Bild der Bank stützen, dass die heimische Wirtschaft im zweiten Quartal 2018 wieder kräftiger wächst als im ersten Quartal. Für den Zeitraum April bis Juni kalkulieren die Volkswirte mit einem BIP-Wachstum von 0,5 Prozent im Quartalsvergleich.

US-Arbeitsmarkt mit Licht und Schatten zugleich
Vergangene Woche bot der US-Arbeitsmarkt für den Monat Juni doch einige Überraschungen. Zum einen zog die Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent im Mai auf 4,0 Prozent im Juni an. Der Marktkonsens hatte mit einem Verharren bei 3,8 Prozent gerechnet. Die Schaffung neuer Arbeitsstellen um 213.000 lag aber andererseits leicht oberhalb der Markterwartungen von 195.000. Seit 2012 liegt der monatsdurchschnittliche Aufbau neuer Arbeitsstellen bei gut 200.000. Die Jahresrate der Stundenverdienste verharrte im Juni bei 2,7 Prozent. Dies ist auch der bisherige Jahresdurchschnittswert. Der Inflationsdruck vonseiten des Arbeitsmarktes bleibt damit weiterhin begrenzt.

Marktreaktion
Der Euro festigte sich nach dem US-Arbeitsmarktbericht um die Marke von 1,1750 Dollar festsetzen. Das US-Handelsbilanzdefizit im Mai sank auf ein Minus von 43,1 Milliarden US-Dollar, der niedrigste Wert seit Oktober 2016. Doch auch dies half dem Dollar nicht auf die Sprünge. Auch wenn positive Überraschungen aus Deutschland anstehen könnten, dürfte dies keine signifikanten Impulse auf die Euro-Dollar-Notierungen nach sich ziehen. (hw)