Robert Holzmann, Gouverneur der Österreichischen Nationalbank (OeNB), stellte am Montag (16. März) klar, dass es keine Bargeldengpässe in Österreich gibt. Die 9.000 Automaten würden täglich befüllt. Sollte bei einem vorübergehend kein Geld verfüg bar sein, würden die Bankomaten "in kürzester Zeit wieder befüllt", so Holzmann bei einer Pressekonferenz mit Finanzminister Gernot Blümel.

Die Österreicher hätten in den vergangenen Tagen die üblichen Abhebebeträge um das Doppelte bis Dreifache überschritten. An normalen Tagen wird Bargeld im Ausmaß von 200 Millionen Euro behoben, so Holzmann.

Die Regierung hat am Sonntag mit dem COVID-19-Gesetz das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in Österreich weiter eingeschränkt. Die meisten Geschäfte (bis auf Lebensmittel, Apotheken, Banken, etc.) müssen schließen um die rasche Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Bereits in den Tagen davor war es aufgrund gesetzlich verordneter Einschränkungen des Wirtschaftslebens zu Hamsterkäufen gekommen. 

"Es ist genügend Reserve da"
"Die OeNB ist in der Lage, die Bargeldversorgung sicher zu stellen. Es ist genügend Reserve da, um Banken, Bankomaten und Wirtschaft in beliebiger Höhe zu versorgen. Bargeld sollte nicht in übermäßig nach Hause genommen zu werden auch da ist es nicht sicher", so Holzmann.  Auch die Konten seien sehr sicher. Finanzminister Gernot Blümel betonte bei der Pressekonferenz, er habe im Gespräch mit den Banken darauf hingewiesen, dass an oberster Stelle die IT-Sicherheit gewährleistet sein müsse. Wartungen dürften nicht aufgeschoben werden. Der Zahlungsverkehr müsse sichergestellt sein.

OeNB-Vize Gouverneur Gottfried Haber betonte, dass die österreichischen Kreditinstitute derzeit noch nicht von wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise betroffen sind. Die heimischen Banken hätten seit der Finanzkrise ihre Kapitalausstattungen verdoppelt und könnten nun auf diese Puffer zurückgreifen. Auch der internationale Währungsfonds (IWF) habe kürzlich die hohe Stabilität des Finanzsystems in Österreich bestätigt. "Die Krise geht nicht vom Finanzmarkt aus", so Haber. Dennoch seien die von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellten Haftungen "ein wesentliches Instrument" um vorübergehende Zahlungsstockungen von Kreditnehmern besser abzufangen. (eml)