In Frankfurt treibt ein Höllenhund sein Unwesen: Der US-Finanzinvestor Cerberus verkauft 46 Millionen seiner Anteilscheine an der Deutschen Bank und der Commerzbank. Und das, obwohl nicht nur die nahende Zinswende, sondern auch der starke Jahresauftakt an der Börse eigentlich gerade Hoffnung unter den Geldhäusern geschürt hatten. Über die möglichen Hintergründe wird nun heftig spekuliert. Einerseits seien die US-Amerikaner nicht mehr von einem Kursanstieg bei den beiden Geschäftsbanken überzeugt, interpretiert das "Handelsblatt" die Ereignisse. 

Andererseits sei der Rückzug ein klares Eingeständnis dafür, dass der Umbau der beiden deutschen Privatbanken schwieriger verläuft und deutlich mehr Zeit benötigt, als es Cerberus bei seinem Einstieg im Jahr 2017 antizipiert hatte. Dementsprechend ist der US-Investor auch schon seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem verlustminimierenden Exit. Mit dem Verkauf der beiden Aktienpakete dürften sich auch die Überlegungen von Cerberus, die Staatsbeteiligungen des Bundes an der Commerzbank abzukaufen, erledigt haben - ebeso wie die immer wieder aufkeimenden Gedankenspiele über einen möglichen Schulterschluss beider Geldhäuser zu einer "Deutschen Commerzbank". Es sei illusorisch anzunehmen, dass der Finanzinvestor jetzt noch den Staatsanteil von 15,6 Prozent übernehmen werde, sagte eine anonyme Quelle gegenüber dem "Handelsblatt". 

Horrendes Verlustgeschäft für Cerberus
Mit seinem Rückzug hat Cerberus einen schmerzhaften Verlust erlitten, berichtet die "Tagesschau". Zwar konnten die Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank im vergangenen Jahr um je rund ein Viertel zulegen. Doch notierte die Deutsche-Bank-Aktie im Jahr 2017 bei rund 15 Euro statt wie aktuell bei 12,30 Euro, jene der Commerzbank waren mit 12,52 (Schlusskurs 2017) ebenfalls mal deutlich wertvoller. Cerberus hat die Anteilscheine an der zweitgrößen Geschäftsbank nun notgedrungen für je 7,50 Euro am Markt platziert. (fp/ps)