Die Internationale Energieagentur (IEA) schlägt laut einem Bericht des "Wall Street Journal" die bislang größte Freigabe strategischer Ölreserven vor. Regierungen wollten damit einen durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten Anstieg der Energiepreise bremsen.

Der Vorschlag sei am Dienstag (10.3.) bei einer Dringlichkeitssitzung von Energievertretern erörtert worden und würde die 182 Millionen Barrel übertreffen, die die Mitgliedsländer 2022 nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine in zwei Tranchen freigegeben hatten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach würde es sich um die größte einzelne Freigabe in der Geschichte der Organisation handeln.

Die globale Referenzsorte Brent gab nach Veröffentlichung des Berichts frühere Gewinne von fast vier Prozent wieder ab und wurde zuletzt bei rund 88 Dollar je Barrel gehandelt.

G7 baten IEA um Szenarien
Die G7-Staaten hatten die IEA Anfang der Woche gebeten, Szenarien für die Freigabe von Notfall-Ölvorräten vorzubereiten.

Die Länder wollten im Bedarfsfall einsatzbereit sein und hätten die IEA beauftragt, die freisetzbaren Mengen zu prüfen, sagte der französische Finanzminister Roland Lescure am Dienstag vor Journalisten.

Mehr als eine Milliarde Barrel in Notfall-Lagern
IEA-Vertreter in Paris reagierten zunächst nicht auf eine Anfrage. Die 32 Mitgliedstaaten der IEA verfügen gemeinsam über mindestens 1,2 Milliarden Barrel Öl in öffentlichen Notfall-Lagern, so die Organisation, die koordinierte Freigaben überwacht. (mb/Bloomberg)