Angestrebt wird der Porsche-Börsengang Ende des Monats oder Anfang Oktober, wie VW am späten Montagabend mitgeteilt hat. "Vorbehaltlich der weiteren Kapitalmarktentwicklungen" solle der IPO bis Ende des Jahres umgesetzt werden, hieß es weiter. "Das ist ein historischer Moment für Porsche", erklärte VW- und Porsche-Chef Oliver Blume. "Wir glauben, dass ein Börsengang für uns ein neues Kapitel mit größerer Unabhängigkeit als einer der weltweit erfolgreichsten Sportwagenhersteller aufschlagen würde."

Mit der Aktienplatzierung will der milliardenschwere Porsche- und Piech-Clan wieder direkten Einfluss auf sein ehemaliges Familienunternehmen nehmen, rund 13 Jahre nachdem er gezwungen war, die Sportwagensparte an Volkswagen zu verkaufen. Vor mehr als einem Jahrzehnt hatte die Porsche Automobil Holding versucht, die Kontrolle über den viel größeren Volkswagen-Konzern zu übernehmen. Der kühne Schritt scheiterte jedoch, als während der Finanzkrise die Finanzierung versiegte. VW wiederum hofft mit dem IPO auf Erlöse, die seine ehrgeizigen Investitionspläne in Elektromodelle und bahnbrechende neue digitale Funktionen unterstützen werden. 

VW denkt auch über Zugang für Kleinanleger nach
Im Zuge des Börsengangs erwägt die Volkswagen AG informierten Kreisen zufolge, auch Kleinanleger zum Zuge kommen zu lassen. Wie zu hören ist, spricht Europas größter Autokonzern diesbezüglich mit lokalen Banken – unter anderem mit Blick auf Anleger aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Spanien und Italien. Der Kleinanlegern zugedachte Anteil könnte den Angaben zufolge bei unter fünf Prozent liegen. Eine endgültige Entscheidung, wie gegebenenfalls in Bezug auf die Beteiligung von Kleinanlegern zu verfahren wäre, soll allerdings noch nicht gefallen sein.

Die Firma, die an die Börse gebracht werden soll, ist die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, nicht zu verwechseln mit der Porsche Automobil Holding, über die die Porsche-Familie derzeit ihren 53-Prozent-Anteil an VW hält. Im Rahmen des Börsengangs können Investoren Vorzugsaktien erwerben, die kein Stimmrecht umfassen. Die Porsche Automobil Holding will eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Stammaktie erwerben. Die übrigen stimmberechtigten Stammaktien verbleiben bei Volkswagen. (mb/Bloomberg)