Wer auf Hedgefonds setzt, will damit sein Portfolio diversifizieren und hofft auf hohe oder zumindest auskömmliche Erträge, gerade bei Börsenturbulenzen. Allerdings sind viele Hedgefonds diesen Anforderungen in jüngster Zeit nicht gerecht geworden – in den vergangenen Monaten machten sie vielmehr mit einer Schieflage nach der anderen Schlagzeilen. Die Raiffeisen Schweiz hat nun die Reißleine gezogen und zieht ihr Geld aus allen Hedgefonds zurück, berichtet die "Neue Züricher Zeitung" (NZZ). 

Der Grund: Hedgefonds waren zuletzt weder rentabel noch liquide genug. "Gemessen am breiten Hedge-Fund-Index HFRX hat man 2020 in diesem Bereich in Franken kein Geld verdient", sagt Raiffeisen-Anlagestratege Matthias Geissbühler gegenüber der Zeitung. "Weil viele dieser Vehikel nur eine monatliche oder gar vierteljährliche Rückgabe erlauben, ist auch die Illiquidität ein Handicap." Viele Hedgefonds gerieten zuletzt vor allem ins Wanken, weil sich ihre Manager überschätzt hatten: Sie positionierten sich sehr konzentriert in einigen wenigen Titel und gingen damit besonders hohe Risiken ein. 

Hohe Gebühren, geringe Erträge
Das Manko besteht sein längerem: Hedgefonds konnten bereits 2019 und 2020 nicht überzeugen. Aufgrund der hohen Managergebühren haben sie in den vergangenen Jahren kaum Gewinne erzielt. Auch in diesem Jahr setzt sich das Trauerspiel fort: Im März dieses Jahres haben drei von vier Hedgefonds Verluste erlitten, zeigen Bloomberg-Daten. Portfolios, die besser abschneiden als die Masse, sind meist geschlossen und lassen keine Neugelder mehr zu. Außerdem schließen die hohen Mindesteinlage-Summen dieser erfolgreichen Fonds einen Großteil interessierter Investoren aus. (fp)