Der Bridgewater-Fonds "Pure Alpha" hat im ersten Halbjahr 4,9 Prozent Verlust gemacht.  Das berichtet die Financial Times (FT). So miserabel lief es für Ray Dalio, Bridgewater-Chef und Mastermind hinter dem weltgrößten Hedgefonds, seit 20 Jahren nicht mehr. Dabei war das Marktumfeld im ersten Halbjahr 2019 durchaus positiv. Rivalisierende Hedgefonds konnten mehrheitlich gute Renditen einstreichen.

An Dalios Verlust soll laut FT ein strategischer Fehler Schuld sein. Dalio habe nach den Kurskapriolen von 2018 weitere Marktturbulenzen erwartet und deshalb unter anderem zahlreiche Dax-Aktien wie SAP und Siemens geshortet, also auf deren Kollaps gewettet. Da es aber weiterhin bergauf ging, habe der Fonds des Bridgewater-Chefs Miese gemacht.

Vor einigen Tagen wandte sich Dalio mit einer Marktanalyse an die Öffentlichkeit. Der Bridgewater-Chef prophezeite dabei einen Paradigmenwechsel, wie die Schweizer Handelszeitung berichtet: Der Effekt des billigen Geldes verpuffe mit der Zeit. Dafür wüchsen die Schuldenberge und Verpflichtungen wie etwa Pensionen und Gesundheits-Kosten. Diese können Staaten irgendwann nicht mehr bezahlen oder finanzieren. Dieser Punkt ist laut Dalio erreicht, wenn die Realzinsen so tief sind, dass Anleger kein Interesse mehr an Anleihen haben.

Dalio sichert sich mit Gold ab
Um das Problem zu lösen, müssten Staaten sich weiter verschulden, die Steuern erhöhen und ihre Währung abwerten. Für Gläubiger bleiben laut Hedgefonds-Manager Dalio dann nur Renditen im Nullbereich, was einer Vermögenssteuer gleich komme. Darum setzt er auf Gold. Für Dalio ist das Edelmetall derzeit ein besonders effektives Instrument, um das Risiko im Portfolio zu streuen. Seiner Ansicht nach seien die meisten Investoren bei Gold sowieso unterinvestiert. (fp)