"Change is coming, whether you like it or not.“ Der Slogan der 16-jährigen Klima-Aktivistin Greta Thunberg trifft wohl ganz besonders auf den österreichischen Investmentfondsmarkt zu. Denn wie der vom FNG (Forum Nachhaltige Geldanlagen) publizierte Marktbericht für Nachhaltige Geldanlagen 2019 zeigt, wurde 2018 in Österreich besonders verantwortlich investiert. 

Verantwortliche Investments (Definition auf Seite 9 der Chartstrecke oben) legten im vergangenen Jahr um 66 Prozent zu und erreichten Ende 2018 ein Rekordvolumen von 65 Milliarden Euro. Das Volumen von nachhaltigen Geldanlagen stieg um 43 Prozent auf 21,8 Milliarden Euro. Ein genauerer Blick auf das Segment offenbart, dass das Volumen nachhaltiger Investmentfonds weiterhin beachtlich anstieg (9,89 Milliarden Euro) und ein Wachstum von 19 Prozent zum Vorjahr generierte.

Vermögensverwaltungsmandate mit Nachhaltigkeitsfokus nahmen jedoch im selben Zeitraum um satte 77 Prozent zu und sind somit erstmals um 1,27 Milliarden Euro größer als Nachhaltige Investmentfonds. In der Summe machen nachhaltige Investmentfonds und Mandate bemerkenswerte 12,8 Prozent des gesamten österreichischen Fondsmarktes aus – und haben damit zweifelsfrei die Nische verlassen.

Institutionelle Investoren als treibende Kraft
Hauptmotor der "grünen Welle" waren und sind institutionelle Geldgeber: 80 Prozent der Investitionen in nachhaltige Fonds und Mandate sind auf Anleger bei Versicherungen, kirchliche und diakonische Einrichtungen, betriebliche Pensionskassen und andere Vorsorgewerke zurückzuführen. "Insbesondere die österreichischen Vorsorgekassen sind elementarer Akteure für nachhaltiges und verantwortliches Investment, auch in diesem Jahr nehmen sie mit 52 Prozent Rang 1 ein, dicht gefolgt von den Versicherungen“, fasst Wolfgang Pinner, stellvertretender FNG-Vorstandsvorsitzender und Leiter für Österreich, zusammen.

Themenfonds als klare Verlierer
Um Geldanlagen nachhaltig zu gestalten, werden verschiedene Strategien und Anlageprozesse zu Rate gezogen. Ausschlusskriterien (rund 21 Milliarden Euro) und der Best-in-Class Ansatz (20 Milliarden Euro) bleiben weiterhin die am geläufigsten Anlagestrategien. Jedoch rücken vermehrt die ESG-Integration (+159 Prozent) und die Stimmrechtsausübung (+123 Prozent) in den Fokus der Anleger. (aem)


Die spannendsten Fakten aus dem Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2019 hat die Redaktion in der Klickstrecke oben für Sie aufbereitet! Interessierte Leser gelangen hier zur kompletten Version des Berichts.