Das erste Quartal stand im Zeichen defensiver Value-Aktien, die sich deutlich besser entwickelten als der Gesamtmarkt. Large-Cap-Growth-Aktien blieben demgegenüber zurück, obwohl sie weiterhin überdurchschnittliche Gewinne erzielten. Jeremiah Buckley, Portfoliomanager bei Janus Henderson, sieht darin eine günstige Chance zum Einstieg bei hochwertigen Wachstumstiteln.

Gewinnprognosen bleiben robust
"Eine Kennzahl, die wir genau beobachten, ist die Entwicklung der Gewinnprognosen", sagt Buckley. Und hier zeigt sich eine deutliche Diskrepanz: Seit Jahresbeginn wurden die Prognosen für defensive Aktien nach unten korrigiert, während die Prognosen für Growth-Sektoren deutlich nach oben revidiert wurden. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet laut Buckley der Energiesektor, wo die anhaltenden geopolitischen Konflikte die Prognosen voraussichtlich nach oben treiben werden.

Die Marktreaktion fiel jedoch entgegengesetzt aus. Der Russell 1000 Value Index, der ein stärker defensives Exposure aufweist, hat den Russell 1000 Growth Index seit Jahresbeginn um 11,8 Prozentpunkte übertroffen – eine Bewegung, die Buckley für übertrieben hält. Immerhin liegen Large-Cap-Growth-Werte sowohl beim Gewinnwachstum als auch bei den operativen Margen weiterhin vor den Value-Werten.

Übertriebene Korrektur eröffnet Chancen
"Wir halten die wahllose Rotation im ersten Quartal für übertrieben", sagt der Portfoliomanager. "Growth-Sektoren mit steigenden Prognosen wurden abgestraft, während defensive Werte mit sinkenden Prognosen belohnt wurden." Diese Diskrepanz schafft seiner Meinung nach einen attraktiven Einstiegspunkt in Growth-Werte mit langfristigem Potenzial, bei denen langfristige Trends – und nicht kurzfristige makroökonomische Schwankungen – die Erträge bestimmen dürften. (jh)