Institutionelle Investoren wagen sich wieder mit mehr Verve an die Märkte – wenn auch nicht überall im selben Maße. Der globale Investor Confidence Index (ICI) des Vermögensverwalters State Street Global Markets ist im Laufe des Monats Mai um 5,4 Punkte auf einen Wert von 97,9 gestiegen. Damit rückt die Marke von hundert Zählern in greifbare Nähe. Liegt der Index darüber, erhöhen Investoren ihren Anteil an risikoreichen Anlagen. Liegt er darunter, verringern sie ihn.

Der jüngste Anstieg ist vor allem US-amerikanischen Großanlegern zu verdanken. In den USA brummt die Wirtschaft. Entsprechend stieg der ICI Nordamerika im Mai um sechs Punkte auf 97,8. Asiatische Anleger blicken ebenfalls wieder mit mehr Risikolust auf die Finanzmärkte: In Asien stieg der ICI um neun Punkte auf 100,8 Zähler. In Europa, wo sich Anleger noch im März besonders zuversichtlich gezeigt hatten, sank der ICI dagegen um 1,2 auf 93 Punkte.

Stagnierende Anleiherenditen machen Anleger froh
Die Risikobereitschaft habe im Mai so deutlich angezogen wie noch nie in diesem Jahr, sagt Marvin Loh, Makrostratege bei State Street Global Markets. "Grund hierfür ist vor allem der wieder aufkeimende Optimismus als Resultat des immer größer werdenden Zugangs zu Impfungen, insbesondere in den Industrieländern." Die Anleiherenditen hätten sich zuletzt weitgehend stabil gezeigt und zum Anstieg des Anlegervertrauens in Asien und Nordamerika beigetragen. "Im Gegenzug dazu ging das Vertrauen bei Anlegern in Europa in diesem Monat leicht zurück, während die Fortschritte an der Impffront auf leicht höhere Renditen trafen", kommentiert Loh. (fp)