Es geht bergauf für das schimmernde Edelmetall: Privatpersonen kauften im zweiten Quartal 2021 Goldschmuck mit einem Gesamtgewicht von 391 Tonnen. Das waren um stolze 60 Prozent mehr als noch im Vorjahreszeitraum. Im Hinblick auf den weiteren Jahresverlauf prognostiziert das World Gold Council in seinem aktuellen Marktbericht, dass sich die Schmucknachfrage im Bereich von 1.600 bis 1.800 Tonnen bewegen wird. Damit würden Verbraucher zwar deutlich mehr Goldschmuck kaufen als im Pandemiejahr, aber weniger als im Fünf-Jahres-Durchschnitt.

"Da die Erholung der Weltwirtschaft voranschreitet, sind wir zuversichtlich, dass die Verbrauchernachfrage zurückkehrt und insbesondere bei der Schmucknachfrage ein im Jahresvergleich starkes Wachstum verzeichnet wird", kommentiert die Marktanalystin Louise Street das steigende Verbraucherinteresse. Dabei ließen es Privatpersonen nicht bei Schmuck beruhen: Ihre Nachfrage nach Goldbarren und -münzen verzeichnete einen Anstieg von 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit insgesamt 244 Tonnen war es das beste Quartal für Barren und Münzen seit 2013.
 
Institutionelle geben sich skeptisch
Während Privatanleger scheinbar das Goldfieber gepackt hat, kann man das von Großinvestoren nicht behaupten: "Obwohl es Anzeichen für strategische Käufe sowohl von Einzelpersonen als auch Institutionen gab, hatten taktische Investitionen im ersten Halbjahr eher unterschiedliche Auswirkungen", sagt Street. "Das war teilweise bei Gold-ETFs zu erkennen." Im ersten Halbjahr gab es nur leichte Nettozuflüsse von 40,7 Tonnen in Gold-ETFs, welche den herben Branchenrückschlag im vergangenen Quartal nur teilweise ausgleichen konnten. Immerhin positiv: Zentralbanken, vornehmlich aus Thailand, Ungarn sowie Brasilien, kauften seit Jahresbeginn 333 Tonnen Gold. Damit wuchsen ihre Goldreserven deutlich stärker als im Fünf-Jahres-Durchschnitt. (fp)