Der Goldpreis hat zu Beginn dieses Monats ein neues Rekordhoch erreicht. Er stieg auf mehr als 2.000 US-Dollar je Feinunze. Es könnte sogar noch weiter aufwärts gehen, sagt Nicholas Johnson, Rohstoffexperte bei der Allianz-Tochter Pimco. "Dynamik und Interesse an Gold werden dazu führen, den realrenditebereinigten Goldpreis weiter steigen zu lassen", zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg aus einem Blog-Beitrag des Portfoliomanagers. "Damit hat Gold vom aktuellen Stand aus gerechnet noch weiteres Aufwärtspotenzial."

Hinter der jüngsten Rally steckten vor allem Anleger auf der Suche nach sicheren Häfen. Anleihen kommen als Zufluchtsort kaum noch in Frage. Im Zuge der Coronakrise sind die Zinsen weiter gesunken, sichere Zinspapiere lohnen sich weniger denn je. Diese Entwicklung dürfte weitere Investoren ins Gold treiben, glaubt Johnson. Und zwar ungeachtet der aktuellen Rekordkurse. "Trotz des jüngsten Anstiegs des Goldpreises sind wir der Ansicht, dass Gold im Kontext historisch niedriger Realzinsen weiterhin attraktiv bewertet ist – man könnte sogar sagen: billig", schreibt er.

Ein paar Hundert Dollar mehr sind noch drin
Seit Jahresbeginn hat der Kassapreis für Gold um rund 27 Prozent zugelegt. Vor allem Manager börsengehandelter Rohstoffzertifikate (Exchange-Traded Commodities, ETCs) langten am Goldmarkt kräftig zu und trieben den Preis des Edelmetalls in die Höhe. Pimco-Spezialist Johnson gibt laut Bloomberg keine Prognose ab, bis wohin der Goldpreis noch steigen könnte. Andere Investmenthäuser sind weniger zurückhaltend: Goldman Sachs rechnet mit einem Anstieg auf 2.300 US-Dollar. (fp)