Der Preis der Nordsee-Rohölorte Brent könnte bis auf 20 US-Dollar je Barrel fallen, schreiben Goldman-Sachs-Analysten um Damien Courvalin. Damit würde ein Niveau erreicht, das für einige Produzenten zum Belastbarkeitstest werden dürfte. Durch die Entwicklung hätten sich die Aussichten an den Öl- und Gasmärkten komplett gewandelt, so die US-Bank. Sie hat ihre Preisprognosen für das zweite und dritte Quartal auf 30 Dollar je Barrel gesenkt.

"Wir glauben, dass an diesem Wochenende eindeutig ein Ölpreiskrieg zwischen der Opec und Russland begonnen hat", so die Goldman-Experten. "Der Ausblick für den Ölmarkt ist noch katastrophaler als im November 2014, als ein solcher Preiskampf das letzte Mal begann. Denn jetzt ist die Ölnachfrage aufgrund des Coronavirus bereits erheblich eingebrochen."

Eine Einigung der sogannten "Opec+"-Staatengruppe auf eine Verlängerung von Förderkürzungen ist gescheitert. Saudi-Arabien hat daraufhin die Preise für Rohöl zusammengestrichen und angekündigt, die Förderung auf über zehn Millionen Barrel pro Tag zu steigern. Der Preis für Brent-Rohöl sackte am Montag zeitweise um mehr als 31 Prozent ab und erlitt damit die größten Einbußen seit 1991. Zuletzt notierte der Kontrakt bei 35,46 Dollar je Barrel – und damit 21,7 Prozent niedriger als am Freitag der Vorwoche. (mb/Bloomberg)