Die US-Investmentbank Goldman Sachs rät Anlegern dazu, Rohstoffe im Portfolio überzugewichten. Darüber berichtet das "Handelsblatt". Die Energiekrise und anhaltende Materialknappheit werden die Rohstoffpreise weiter steigen lassen, argumentieren die Analysten der Bank in einer kürzlich veröffentlichten Analyse mit dem Titel "Kauf Rohstoffe und sorg dich erst später um die Inflation". Öl sei in Zeiten der Energieknappheit zudem ein "Notrohstoff", heißt es weiter: "Daher halten wir den Kursrücksetzer im gesamten Ölsektor für eine attraktive Einstiegsmöglichkeit für langfristig orientierte Anleger."

Momentan fürchten viele Investoren, dass die jüngsten Zinserhöhungen, mit denen Zentralbanken gegen die hohe Inflation ankämpfen, zu Kurseinbrüchen führen werden. Dieses Risiko sehen auch die Goldman-Analysten: "Das Makroumfeld bleibt herausfordernd." Allerdings herrscht auf dem Rohstoffmarkt weiter Angebotsknappheit, die damit verbundenen Preissteigerungen überwiegen die Rezessionsrisiken, wie es in der Untersuchung heißt. Zudem halten die Goldman-Sachs-Analysten das Risiko einer Rezession außerhalb Europas "in den nächsten zwölf Monaten für relativ niedrig".

Schwankungen beim Ölpreis
Andere Banken sind weniger optimistisch, was die Zukunft der Rohstoffpreise angeht. Der Finanzdienstleister Citigroup erwartet, dass der Rohölpreis bis Jahresende auf 65 US-Dollar pro Barrel fallen könnte. Aktuell liegt der Preis bei 102 Dollar. Vergangenen Juni war der Preis für ein Barrel der Ölsorte Brent auf ein Rekordhoch von 124 Dollar gestiegen, nachdem der russische Angriffskrieg, unterbrochene Lieferketten und gesunkene Produktionsmengen zu einer großen Angebotsknappheit geführt hatten. Mitte August haben dann Nachfragesorgen vorrangig aus China zu einem Preisfall auf 90 Dollar pro Barrel geführt, so das "Handelsblatt". (fp)