Aus Disruption entsteht Innovation – dort, wo die Krise derzeit für eine Menge Sorgenfalten auf der Stirn so mancher Unternehmer sorgt, ist sie gleichzeitig verantwortlich für einen rapiden Wandel, nicht nur mit Blick auf die Kapitalmarktbewegungen. "Die Pandemie wirkt in vielerlei Hinsicht beschleunigend. Egal wo wir hinschauen, fast überall – vom Gesundheitswesen und Immobilien über die Beziehungen zwischen den USA und China bis hin zu Trends wie Technologie und sozial verantwortlichem Investieren – hat das Coronavirus bestehende Entwicklungen beschleunigt und neue angestoßen", sagt Ashish Shah, Leiter des Bereichs Unternehmenskredite beim Vermögensverwalter Goldman Sachs Asset Management (GSAM).
 
Skeptiker befürchten, dass die Erholung an den Finanzmärkten lediglich der großen Liquiditätszufuhr der Zentralbanken zu verdanken und gemessen an den Fundamentaldaten zu schnell erfolgt ist. Die US-Wirtschaft befindet sich schließlich in einer Rezession, die Arbeitslosigkeit hat fast ein Rekordhoch erreicht und Unternehmen sehen sich mit nie da gewesenen Herausforderungen konfrontiert. "Das sind zwar ernste Probleme, doch aus einer Investmentperspektive gesehen halten wir es für wichtiger, uns auf die längerfristige Dynamik der großen Beschleunigung zu konzentrieren", sagt Shah.
 
Liquidität beschleunigt Erholung
Shah hält die expansive Politik der Zentralbanken und Regierungen deshalb im Kern für richtig: "Der wichtigste Antrieb ist unserer Ansicht nach das Ausmaß und die Geschwindigkeit der geld- und fiskalpolitischen Reaktion rund um den Globus, die sich deutlich von früheren Krisen abhebt", so Shah. Je schneller und billiger Liquidität bereitgestellt werden könne, desto schneller und stärker werde die Erholung voraussichtlich sein. "Wer investiert ist, sollte sich auf die langfristigen Auswirkungen der geld- und fiskalpolitischen Reaktion konzentrieren", sagt Shah. (fp)