"Erheblicher Margenpuffer": Portfoliomanagerin plädiert für Goldaktien
Zuletzt litten Goldminenaktien unter hohen Energiekosten. Nach Meinung von Goldexpertin Imaru Casanova ist das aber eine einseitige Sichtweise – schließlich steige mit hohen Energiekosten und geopolitischer Unsicherheit tendenziell auch der Goldpreis.
Während sich der Goldpreis zuletzt wieder erholte, kämpfen Goldminenaktien weiter mit Gegenwind. Denn hohe Energiepreise drohen nach Meinung von Investoren ihre Produktionskosten nach oben zu treiben und damit die Margen zu belasten. Imaru Casanova, Portfoliomanagerin Gold und Edelmetalle bei Van Eck, hält diese Sorge aber für übertrieben.
Natürliche Absicherung gegen steigende Energiekosten
Casanova verweist darauf, dass gerade die Kräfte, von denen Anleger fürchten, dass sie Goldminenunternehmen belasten könnten, in vielen Fällen dieselben sind, die den Goldpreis hochtreiben. "Das makroökonomische Umfeld, das ihre Kostenstruktur belastet, einschließlich Inflation, Währungsentwertung und monetärer Unsicherheit, hat gleichzeitig ihren wichtigsten Umsatztreiber, den Goldpreis, nach oben getrieben", so Casanova. Das sei ein strukturelles Merkmal der Anlageklasse und schaffe eine "natürliche Absicherung" für die Goldminenbranche gegen hohe Energiekosten.
Energieängste können den Goldpreis stützen
Ein wesentlicher Treiber für die Energiepreise sei zudem geopolitische Instabilität, darunter Konflikte im Nahen Osten, der Krieg in der Ukraine, die Fragmentierung globaler Lieferketten und wachsender Ressourcen-Nationalismus. Die Portfoliomanagerin sagt: "Genau dies sind die Bedingungen, unter denen Gold historisch seine wichtigste Rolle erfüllt hat: als sicherer Hafen in Zeiten der Unsicherheit."
Viele Anleger überschätzen ihrer Meinung nach, wie stark die Kostenstruktur tatsächlich vom Treibstoff abhängt. Die Sensitivität gegenüber dem Ölpreis sei zwar vorhanden, aber sie sei nicht der dominante Kostenfaktor, sondern ein Bestandteil unter mehreren. Viele Minenunternehmen reduzierten zudem ihre Treibstoffabhängigkeit durch langfristige Lieferverträge, erneuerbare Energiequellen und aktive Absicherungsprogramme.
Hochprofitabel auch auf aktuellem Niveau
"Bei einem Goldpreis von rund 4.000 US-Dollar pro Unze erzielt der Sektor derzeit operative Margen von ungefähr 2.000 US-Dollar pro Unze, damit gehören sie zu den höchsten in der Geschichte der Branche", sagt Casanova. "Der bei den aktuellen Goldpreisen aufgebaute Margenpuffer ist erheblich. Die Unternehmen brauchen keinen weiter steigenden Goldpreis, um hochprofitabel zu bleiben", so Casanova: "In vielerlei Hinsicht befinden sie sich in der stärksten finanziellen Position, die der Sektor seit Jahren gesehen hat." (jh)












