Deutsche Landwirte ächzen unter stark steigenden Ackerpreisen. In vielen Orten der Bundesrepublik ist Ackerland mittlerweile so teuer, dass die Erlöse nicht mal die Pacht- und Kaufpreise decken. "Das ist alarmierend, was da läuft", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des "Agrarpolitischen Berichts der Bundesregierung", berichten verschiedene Zeitungen.

2018 betrugen die Kaufpreise landwirtschaftlicher Grundstücke im Bundesdurchschnitt 25.484 Euro pro Hektar. Damit haben sich die Preise innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt. 2009 war ein Hektar Land noch für druchschnittlich 10.000 Euro zu haben, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Für Klöckner stehen die Schuldigen fest: "Wir haben außerlandwirtschaftliche Investoren, die mit Ackerland spekulieren – gerade in den neuen Bundesländern", sagte die Ministerin. Das treibe nicht nur die Preise, sondern habe auch Auswirkungen auf das Leben in den Dörfern.

Ackerland ist attraktiv
Tatsächlich ist Ackerland für Investoren ein lukratives Investment, berichtet die FAZ unter Berufung auf den Wissenschaftler Andreas Tietz vom Thünen-Institut. Die Pachtrenditen für Agrarflächen lägen zwar unten den Mietrenditen für Wohnimmobilien. Sie seien in der Regel aber auch günstiger im Unterhalt. Anders als Mietimmobilien ist das Leerstandsrisiko bei Agrarland begrenzt, auch mit kostspieligen Modernisierungen müssen Investoren eher nicht rechnen. (fp)