Die Preise für Gold und Silber sind zu Wochenbeginn deutlich gefallen. Der Spotpreis für Gold lag am Montag (23.3.) im frühen Londoner Handel zeitweise 8,8 Prozent im Minus und näherte sich der Marke von 4.100 US-Dollar. Ende Januar waren für eine Feinunze zwischenzeitlich noch mehr als 5.500 Dollar zu zahlen gewesen. Am Montagvormittag erholten sich die Kurse etwas, mit knapp 4.300 Dollar notierte das Edelmetall aber immer noch 3,8 Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag.

Silber brach am Montagmorgen zeitweise sogar um mehr als zehn Prozent ein. Am Vormittag kostete eine Feinunze rund 64 Dollar – und hat damit seit dem Ende Januar erreichten Rekordhoch bei fast 122 Dollar beinahe die Hälfte seines Wertes eingebüßt.

"Gold hat ein Liquiditätsproblem"
Mit den Verlusten vom Montag ist der Goldpreis den neunten Tag in Folge gefallen. Der Nachrichtenagentur "Bloomberg" zufolge verzeichnete das Edelmetall seinen größten wöchentlichen Rückgang seit 1983. Grund ist der eskalierende Iran-Krieg, der die Energiepreise und damit die Inflationserwartung in die Höhe treibt, was die großen Notenbanken wiederum zu Zinserhöhungen zwingen könnte. Dies belastet die Anlageklasse Gold, die keine Zinsen abwirft.

"Gold hat ein Liquiditätsproblem", sagte Johan Jooste, Chef von Pangaea Wealth, laut "Bloomberg". Der rasante Ausverkauf sei durch den Liquiditätsbedarf vieler Anleger bedingt. Zahlreiche Investoren trennten sich in den vergangenen Tagen etwa von Teilen ihrer Gold-ETF-Bestände. "Das Ausmaß des Goldpreisverfalls ist nicht beispiellos, aber sein Tempo war deutlich höher als in vielen historischen Fällen", zitiert die Nachrichtenagentur Wayne Gordon, Investmentstratege im Wealth Management der UBS. (bm)