Der Goldpreis ist nach seinem Allzeithoch im August vergangenen Jahres um rund 13 Prozent gefallen und liegt aktuell bei nahezu 1.800 US-Dollar. Dieser Preis wird dem Edelmetall nicht gerecht, meinen die beiden Commerzbank-Analysten Daniel Briesemann und Carsten Fritsch. "Die vergleichsweise günstige Bewertung und die rekordniedrigen Realrenditen werden unseres Erachtens das Interesse an Gold wieder wecken und den Preis nach oben schieben", prognostizieren sie in einem aktuellen Marktkommentar. "Wir erwarten einen Preisanstieg auf 1.900 US-Dollar je Feinunze bis zum Jahresende."

Seit vergangenem Jahr hat der Goldpreis eine Achterbahnfahrt hinter sich. Im Frühjahr des laufenden Jahres rutschte der Kurs immer wieder unter 1.700 US-Dollar je Feinunze. Zwischenzeitlich erholte sich der Preis wieder auf rund 1.900 US-Dollar, geriet allerdings Anfang Juni wieder unter Druck. Schuld an dem Preisrutsch waren vor allem spekulative Verkäufe, erklären die Edelmetallexperten der Commerzbank. Auch die steigenden Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sowie der aufwertende US-Dollar drückten den Goldpreis, hinzu kam die Erholung der US-Wirtschaft. 

Verlustrisiko bei Anleihen
Allerdings halten Briesemann und Fritsch den aktuellen Goldpreis für zu niedrig, besonders im Vergleich zu anderen Anlageklassen. "So entspricht eine Feinunze Gold nur noch knapp fünf Prozent des Dow Jones Industrial Average. Im Mittel der letzten zehn Jahre waren es 7,6 Prozent gewesen, in der Spitze sogar über 17 Prozent", sagten die Experten. Staatsanleihen sind aus ihrer Sicht keine adäquate Alternative. "Während man mit einer Anlage in Staatsanleihen in vielen Regionen sogar schon Geld zu verlieren droht, wenn die Zinsen nicht weiter fallen, schützt eine Investition in Gold vor einem derartigen Wertverlust", betonen sie. "Denn Gold wirft zwar keine Zinsen ab, es kostet aber auch keine." (fp)