Wer in Gold investiert, tut das meist aus einem einzigen Grund: Er will sein Vermögen in Krisenzeiten absichern. Doch in den vergangenen Tagen hat das Image des gelben Metalls als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten schwer gelitten. In der vergangenen Woche fiel der Goldpreis synchron mit fast allen Assetklassen um 8,6 Prozent und erlitt damit den stärksten Wochenverlust seit 2011. Am Montag setzte sich die Talfahrt fort.

Selbst die Zinssenkung der US-Notenbank Federal Reserve konnte den Preisverfall nicht stoppen – dabei stützen niedrige Zinsen in der Regel den Goldpreis, weil das Edelmetall im Vergleich etwa zu Anleihen an Attraktivität gewinnt. "Die Märkte sind im Panik-Modus", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) Alexander Zumpfe, Goldhändler beim Edelmetallkonzern Heraeus. Investoren verkauften offenbar Gold, um Liquidität aufzubauen und Verluste an anderen Märkten auszugleichen.

Parallelen zur Finanzkrise
Zudem beobachtet der Experte einen Portfolioeffekt: Sinken die Aktienkurse, hätten einige Investoren relativ zu Aktien zu viel Gold im Depot und würden das Edelmetall daraufhin abstoßen, um die Verteilung der Assetklassen wieder ihrer stregischen Quote anzupassen.

Ein solches Vorgehen in der Krise ist nicht ungewöhnlich. Im Jahr 2008 habe es "ein ähnliches Verhaltensmuster bei Gold" gegeben, erinnert sich Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann.. Auch damals verkauften viele Anleger aus einem ersten Schock-Impuls alle möglichen Arten von Vermögenswerten, einschließlich Gold. "Damals hatte sich Gold nach dem starken Rückgang aber relativ schnell wieder erholt", sagt der Experte der FAZ. Diesmal könnte es ähnlich sein. (fp)