Der Goldpreis hat sich oberhalb von 4.300 US-Dollar je Feinunze stabilisiert. Investoren reagierten auf einen überraschenden Rückgang der Beschäftigung am US-Arbeitsmarkt, der Sorgen über eine Zinserhöhung abschwächte.

Während Gold am Montag (10.8.) leicht nachgab, weil Anleger Gewinne mitnahmen, blieb der Preis deutlich über seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt. In der vergangenen Woche hatte das Edelmetall um mehr als sieben Prozent zugelegt – der stärkste Anstieg seit Ende Januar. Am Freitag (7.8.) veröffentlichte Daten zeigten, dass US-Arbeitgeber im Juli Stellen abgebaut hatten. Zugleich wurde die Beschäftigungsentwicklung der beiden Vormonate nach unten revidiert. Weitere Hinweise auf den künftigen Zinskurs der Federal Reserve dürften die im Laufe dieser Woche anstehenden Inflationsdaten liefern.

Schwacher Dollar stützt Gold
Ein Bloomberg-Dollar-Index fiel nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten um 0,4 Prozent und gab damit Rohstoffen wie Gold Auftrieb, die in der US-Währung gehandelt werden. Der Bericht führte dazu, dass die Marktteilnehmer ihre Wetten auf eine baldige Zinserhöhung reduzierten. Zugleich sind die Entscheidungsträger der Fed zunehmend uneins darüber, wie sie die durch den seit Monaten andauernden Krieg im Nahen Osten angeheizte Inflation eindämmen sollen. Höhere Zinsen belasten Gold üblicherweise, da das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft.

Spekulative Anleger werden optimistischer
Gold ist in den vergangenen Wochen deutlich über die wichtige Unterstützungsmarke von 4.000 Dollar je Feinunze gestiegen. Seit einem kriegsbedingten Einbruch, der das Edelmetall im Juni in einen Bärenmarkt gedrückt hatte, treten bei Kursrückgängen zunehmend Käufer auf. Hedgefonds und Vermögensverwalter erhöhten ihre optimistischen Wetten auf Gold in der Woche bis zum 4. August auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Monaten, wie aus den jüngsten Daten der US-Terminmarktaufsicht CFTC hervorgeht.

Zusätzlichen Rückenwind erhielt das Edelmetall durch goldgedeckte börsengehandelte Fonds in China, die in der vergangenen Woche höhere Zuflüsse verzeichneten. Damit setzte sich die längste derartige Serie seit März fort. Auch die chinesische Zentralbank stockte ihre Goldreserven verstärkt auf. Im Juli kamen 640.000 Unzen hinzu. Damit erhöhte die Notenbank ihre Bestände den 21. Monat in Folge, wie am Freitag (7.8.) veröffentlichte Daten zeigten.

Gold bleibt unter Vorkriegsniveau
Trotz der jüngsten Gewinne liegt der Goldpreis weiterhin fast 20 Prozent unter dem Niveau vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar. Am Wochenende gelang es Iran und Oman weiterhin nicht, eine endgültige Einigung über die Wiederöffnung der Straße von Hormus zu erzielen. Gleichzeitig reklamierten die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Jemen einen Angriff auf eine saudische Raffinerie nahe dem Roten Meer für sich. Die Ölpreise stiegen. (mb/Bloomberg)