Gold-Ansturm auf Hongkong: Banken lassen Barren einfliegen
Hongkong und Singapur liefern sich ein Wettrennen um die Rolle als führendes Goldzentrum Asiens. Ein neues Clearing-System könnte der chinesischen Sonderverwaltungszone dabei einen entscheidenden Vorsprung verschaffen.
Mindestens vier der elf Banken, die am neuen Gold-Clearing-System in Hongkong teilnehmen, haben große Goldbarren importiert, um sich auf den geplanten Start des Mechanismus im Juli vorzubereiten.
Händler erhalten von einigen der Clearing-Banken Aufträge, Goldbarren mit einem Gewicht von 400 Unzen nach Hongkong zu bringen, berichtet "Bloomberg" unter Berufung auf Angaben mit der Angelegenheit vertrauter Personen. Die Barren entsprechen dem Vernehmen nach dem Branchenstandard London Good Delivery.

Vorbereitung auf physischen Handel
Die 400-Unzen-Barren werden üblicherweise von Banken und staatlichen Institutionen in London gehandelt, dem weltweit größten Handelsplatz für Goldbarren. Auf dem asiatischen Markt sind sie dagegen weniger verbreitet, da dort deutlich kleinere Kilobarren dominieren. Einige der Personen sagten, die Banken müssten ihre Bestände aufbauen, um physische Auslieferungen zu ermöglichen, sobald das Clearing im kommenden Monat beginnt.
Mit der Einführung seines Gold-Clearing-Systems könnte sich Hongkong einen Vorsprung im Wettbewerb um die führende Rolle als asiatisches Zentrum für den Goldhandel sichern. In der vergangenen Woche kündigte Singapur eigene Pläne an, bis zum Jahresende einen Clearing-Mechanismus einzuführen.
Goldpreis erholt sich
Der Goldpreis legte am Montagmorgen (22.6.) um bis zu 1,6 Prozent zu und überschritt damit die Marke von 4.220 Dollar je Unze. Damit machte das Edelmetall den Verlust aus der vergangenen Woche wieder wett. Hintergrund war eine gemeinsame Erklärung von Katar und Pakistan, wonach in einer ersten Runde der Iran-Friedensgespräche in der Schweiz "ermutigende Fortschritte" erzielt wurden.
Die Gespräche werden nach Angaben beider Länder in der laufenden Woche fortgesetzt. Das beruhigte die Märkte, nachdem US-Präsident Donald Trump zuvor erneut mit Angriffen auf den Iran gedroht hatte. (mb/Bloomberg)













