"Glaubenskrise" am Kryptomarkt: Bitcoin nähert sich kritischer Marke
Der Abverkauf am Kryptomarkt verschärft sich: Bitcoin rutscht auf den tiefsten Stand seit November 2024, auch Ethereum und Solana geraten unter Druck. Marktbeobachter sprechen von Angst, Vertrauensverlust und zunehmenden Zweifeln an Bitcoin als vermeintlich sicherem Hafen.
Bitcoin setzt seinen Preisverfall fort: Mit einem Minus von bis zu 3,6 Prozent fiel die weltweit größte Kryptowährung am Donnerstag (5.2.) zeitweise auf nur noch 70.010 US-Dollar. Damit erreichte der Kurs den tiefsten Stand seit November 2024, als US-Präsident Donald Trump zum zweiten Mal gewählt worden war.
Gegenüber dem Rekordhoch von über 126.000 Dollar am 6. Oktober liegt Bitcoin inzwischen mehr als 44 Prozent im Minus. "Der Markt durchlebt derzeit eine Glaubenskrise", sagte Shiliang Tang, geschäftsführender Gesellschafter von Monarq Asset Management.
Druck durch angespannte Marktlage
Während frühere Rückgänge durch liquiditätsspezifische Ereignisse innerhalb des Kryptomarkts ausgelöst worden seien, stehe der jüngste Abwärtsdruck im Zusammenhang mit einer angespannten Marktlage über mehrere Anlageklassen hinweg.
In den USA ist der Nasdaq 100 am Mittwoch (4.2.) um mehr als zwei Prozent gefallen. Die Verluste weiteten sich auf Softwareunternehmen, Chiphersteller und andere zinssensible Bereiche des Aktienmarkts aus. Der Silberpreis sackte am Donnerstag (5.2.) um fast 17 Prozent ab.
Angst dominiert
"Im Kryptobereich geht derzeit extrem die Angst um, nachdem der Markt vergangene Woche regelrecht durchgerüttelt worden ist", sagte Andrew Tu vom Krypto-Market-Maker Efficient Frontier. "Wenn 72.000 Dollar bei Bitcoin nicht halten, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir 68.000 Dollar sehen werden und möglicherweise sogar wieder auf die Tiefststände von 2024 nach der ersten Rally zurückfallen", sagte er vor der Unterschreitung dieser Marke.
Schwankende ETF-Zuflüsse
Die Zuflüsse in die in den USA gelisteten Bitcoin-ETFs bleiben unbeständig. Nachdem am Montag (2.2.) noch Nettozuflüsse von rund 562 Millionen Dollar verzeichnet worden waren, zogen Anleger am Dienstag (3.2.) laut von der Nachrichtenagentur "Bloomberg" erhobenen Daten 272 Millionen Dollar ab.
Zugleich wachsen die Zweifel an der angeblichen Rolle von Bitcoin als sicherer Hafen in Phasen von Marktstress. Gegenüber dem Jahreswechsel liegt die Kryptowährung inzwischen fast 20 Prozent im Minus. Der gesamte Kryptomarkt hat auf Wochensicht mehr als 460 Milliarden Dollar an Wert verloren.
Auch Ethereum und Solana unter Druck
Ethereum verliert am Donnerstag (5.2.) 2,2 Prozent auf 2.079 Dollar. Damit wächst das Minus seit dem Jahreswechsel auf 30 Prozent. Der Preis von Solana sinkt um 1,5 Prozent, nachdem er bereits am Mittwoch (4.2.) um neun Prozent nachgegeben hatte. (mb/Bloomberg)
















