Der Handelskonflikt zwischen China und den USA hält Anleger schon lange in Schach. In den Augen von William Davies, Leiter des weltweiten Aktiengeschäfts bei Columbia Threadneedle, hat sich der Konflikt festgefahren, was die Konjunkturaussichten stärker eintrüben würde. "Die Folge für die Unternehmen wäre ein Rückgang der künftigen Cashflows und Gewinnprognosen mit entsprechend negativer Wirkung auf die Aktienbewertungen", sagt Davies. Der Handelskonflikt ist "Gift für den Aktienmarkt", sagt der Aktienstratege.

So seien auch die eingebrochenen Einkaufsmanagerindizes ein Resultat der Unsicherheit über künftige Zölle und Handelsbedingungen zwischen den USA und China, sagt Davies. Sollte der Rückgang der Einkaufsmanagerindizes und Investitionsausgaben anhalten, könnte dies zu sinkender Beschäftigung und weniger Konsum führen. Wenn auch die niedrigen Zinsen nicht dagegenhalten können, wären die Aktienbewertungen auf ihren derzeitigen hohen Niveaus gefährdet, sagt Davies.

Schmaler Grat für Zentralbanken
Wenn jedoch Zinssenkungen die Konjunktur erfolgreich stützen, könnten die Aktienkurse weiter steigen. Für die Zentralbanken ist es ein schmaler Grat zwischen Auf- und Abschwung, erklärt der Columbia-Threadneedle-Aktienstratege. Davies selbst misstraut den Aktienkursen darum weiterhin, auch wenn noch niedrigere Zinsen in Aussicht sind. (fp)