Die dazu verpflichteten Berufsgruppen müssen einen Geldwäscheverdacht bald über die international verwendete Software goAML melden. Die österreichische Geldwäschemeldestelle A-FIU (Financial Intelligence Unit des Bundeskriminalamtes) hat das Portal bereits seit 2018 im Probebetrieb laufen. Dieser läuft nun aus. Im Laufe des Jahres 2021 – ein genauer Zeitpunkt wird noch kommuniziert – müssen alle meldepflichtigen Berufsgruppen obligatrisch goAML verwenden, teilte das Bundeskriminalamt vor einiger Zeit in einem Schreiben mit.

Das Meldungsportal goAML soll künftig der einzige Kanal sein, um Verdachtsmeldungen an die Geldwäschemeldestelle zu übermitteln. Der Fachverband der Finanzdienstleister empfiehlt, sich zeitnah bei goAML zu registrieren und mit den neuen Gegebenheiten vertraut zu machen, wie es auf der Homepage heißt. Als meldepflichtigen Berufsgruppen sind unter anderem Gewerbliche Vermögensberater als Versicherungsvermittler, Leasingunternehmen, Versteigerer, Wertpapierunternehmen und Zahlungsinstitute betroffen. Um goAML zu nutzen, muss man sich den Angaben zufolge zuerst am Unternehmensserviceportal (USP) anmelden (mit Handysignatur / Bürgerkarte).

Vorteile
goAML ersetzt das alte Meldesystem per pdf und E-Mail. Es handelt sich um eine Software, die vom UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung UNDOC entwickelt wurde. Vorteil sei unter anderem, dass goAML automatisch eine gesicherte Verbindung bietet (komplette Transportverschlüsselung), wie es bei der Geldwäschemeldestelle heißt. Für die Meldepflichtigen fällt es weg, sich um gesicherte Verbindung zu kümmern (Installation von Add-Ons oder Zusatzprogramme) zur Versendung verschlüsselter E-Mails. goAML biete außerdem die Möglichkeit zu kontrollieren, welche Meldungen derzeit bearbeitet werden. Abgegebene Meldungen können demnach eine begrenzte Zeit lang eingesehen werden. (eml)