Günstig sind asiatische Aktien derzeit nicht. Neuanleger zahlen dieser Tage einen Aufschlag auf den historischen Durchschnittspreis, sagt Jian Shi Cortesi von der Investmentgesellschaft GAM. Gegenüber US-Titeln werden asiatische Aktien aber weiterhin mit einem erheblichen Abschlag gehandelt, erklärt sie. Für Anleger heißt das: Sie können auf eine Aufholjagd hoffen. "In China hat sich die Wirtschaft vollständig erholt und der Impfprozess schreitet rasant voran, was das Wirtschaftswachstum für den Rest des Jahres ankurbeln sollte", analysiert Cortesi. Sie geht davon aus, dass die Unternehmensgewinne anziehen und bis Jahresende die Aktienkurse steigen lassen.

Die GAM-Expertin setzt nach eigenem Bekunden auf ein ausgewogenes Portfolio, um sowohl von der kurzfristigen Erholung als auch von langfristigen Wachstumschancen zu profitieren. "Ein wichtiger Bereich sind asiatische und chinesische Technologieunternehmen", sagt sie. "Wir sehen attraktive Gelegenheiten bei Halbleitern, Software, Internet der Dinge und bei Technologieunternehmen, die die Produktion von Elektrofahrzeugen erleichtern." Auch saubere Energie sei ein Wachstumsbereich. "Wir fokussieren uns besonders auf Solaranlagen, Hersteller von Windkraftanlagen, die Erzeugung erneuerbarer Energien sowie Elektrofahrzeuge", sagt Cortesi.

Ältere Menschen, mehr Maschinen
Der dritte Bereich, in dem die Aktienexpertin Chancen sieht, ist mit der zunehmenden Alterung der chinesischen Bevölkerung verbunden. Diese führt dazu, dass der Bedarf an Automatisierungslösungen zunimmt – denn wenn die Bevölkerung im Schnitt älter wird, gibt es immer weniger Arbeitskräfte. "Hiervon profitieren das Gesundheitswesen, der Bereich Automatisierung und die Vermögensverwaltung", erklärt Cortesi. (fp)