Der US-Indexanbieter MSCI hat angekündigt, das Gewicht chinesischer A-Aktien in seinen Schwellenländer-Barometern deutlich zu erhöhen. "Damit dürfte der Anteil von A-Shares in den Indizes rasant zunehmen", sagt Jian Shi Cortesi, Spezialistin für chinesische und asiatische Aktienstrategien bei GAM. Sie geht davon aus, dass dieser Schritt Nettokäufe mit einem Volumen von rund 70 Milliarden US-Dollar nach sich zieht. Der Grund: Fondsmanager, die die MSCI-Indizes als Benchmark nutzen und sich eng daran orientieren, müssen nun A-Aktien nachkaufen.

Für den MSCI Emerging Markets bedeuten die Pläne, dass der Inklusionsfaktor für A-Shares bis Ende November dieses Jahres von derzeit fünf auf 20 Prozent angehoben wird. Diese Erhöhung dürfte sich auf kurze Sicht positiv auf die Anlegerstimmung in China auswirken, die sich nach einem schwierigen Jahr 2018 allmählich verbessert, schätzt Cortesi.

Sie rechnet zudem damit, dass eine höhere A-Aktien-Quote in den MSCI-Barometern auch das Interesse ausländischer Investoren an dieser Aktienklasse steigert. "Viele von ihnen wären schlecht beraten, wenn sie A-Shares künftig aus ihrem Anlageuniversum ausschließen würden", sagt sie.

Ein exklusives Investment
A-Aktien werden an den Börsen in Schanghai und Shenzhen auf dem chinesischen Festland in der chinesischen Landeswährung Renminbi gehandelt. Lange Zeit waren sie nur für einheimische Anleger zu haben sowie für Investoren, die als qualifizierte ausländische institutionelle Anleger (QFII) oder qualifizierte ausländische institutionelle Renminbi-Investoren (RQFII) zugelassen waren. Erst im Jahr 2017 nahm MSCI eine substanzielle Auswahl an A-Aktien in seine Schwellenländerindizes auf. 

In der kommenden Zeit dürften ausländische Anleger bei A-Aktien vor allem zu hochwertigen Blue Chips in Sektoren wie Konsumgüter, Gesundheit und Technologie greifen, sagt die GAM-Expertin. Aktien aus diesen Branchen werden ihrer Einschätzung nach zu vernünftigen Preisen gehandelt. (fp)