Investoren müssen sich in den kommenden sechs bis zwölf Monaten auf eine schwache Marktperformance einstellen. So lautet das Ergebnis einer Umfrage im Investmenthaus Natixis. Die Investmentbank hat im Juli 17 Chefanlagestrategen, Marktstrategen und Volkswirte aus den eigenen Reihen einschätzen lassen, wie das zweite Halbjahr 2019 verlaufen wird. Die Experten waren sich einig, dass Anleger mit geopolitischen Abwärtsrisiken zu rechnen haben. Mit Aufwärtsprognosen waren die Befragten dagegen vorsichtig.

Grund für die trüben Erwartungen sind die aktuellen Unsicherheiten in der Weltwirtschaft. Die Natixis-Experten halten einen ungeregelten Brexit für das größte Risiko, dass die Kurse sinken. Als zweiten Risikofaktor nannten sie den Handelskrieg zwischen den USA und China. Eine US-amerikanische oder globale Rezession hielten die Befragten dagegen für weniger wahrscheinlich. Die Optimisten hoffen auf eine weitere geldpolitische Lockerung durch die Zentralbanken. 

Hoffnung für US-Staatsanleihen
Schon in der ersten Hälfte des Jahres habe das den Aufschwung befeuert, sagt Esty Dwek, Chefstrategin bei Natixis. "Die bisherige Performance wurde weitgehend von der Hoffnung auf neue Runden der geldpolitischen Lockerung getragen." Allerdings biete die inzwischen "nur noch wenig Nahrung für neuen Auftrieb", kommentiert Dwek. Die Natixis-Experten erwarten zwar eine Schwächephase, rufen aber nicht zum Rückzug von den Märkten auf.

Zum Zeitpunkt der Befragung rechneten die Natixis-Experten mit Zinssenkungen durch die US-Notenbank, die einige Tage später auch eintrafen. Vor diesem Hintergrund hatten sie US-Staatsanleihen die besten Aufwärtschancen vorhergesagt, gefolgt von Aktien aus Schwellenländern, globalen REITs und Anleihen aus Schwellenländern. Weniger optimistisch sahen die Befragten Kryptowährungen, britische Aktien, US-Hochzinsanleihen und Bankkredite. (fp)