Frankreichs Schuldenkrise: Wann muss die EZB eingreifen?
Frankreichs Schuldenprobleme setzen die Anleihemärkte unter Druck. Die Europäische Zentralbank verfügt über Instrumente, mit denen sie eine Ausbreitung der Turbulenzen verhindern könnte. Doch unter welchen Voraussetzungen würde sie tatsächlich intervenieren?
Der jüngste Ausverkauf französischer Staatsanleihen weckt Erinnerungen an die europäische Staatsschuldenkrise, die zwischen 2009 und 2015 zahlreiche Länder des Euroraums erfasste. Frankreich kämpft mit einem der größten Haushaltsdefizite der Währungsunion. Der Renditeaufschlag zehnjähriger französischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen erreichte zuletzt den höchsten Stand seit 2011.
Besonders beunruhigend: Auch Staatsanleihen anderer hoch verschuldeter Länder wie Italien, Griechenland und Belgien sind unter Druck geraten. Damit wächst die Sorge vor einer Ansteckung, bei der das Misstrauen der Investoren gegenüber einem Staat auf andere Länder übergreift.
Im Mittelpunkt steht deshalb zunehmend die Europäische Zentralbank (EZB). Sie verfügt über zwei Instrumente, um bei schweren Verwerfungen am Staatsanleihemarkt einzugreifen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem 2022 geschaffenen Transmission Protection Instrument (TPI). EZB-Präsidentin Christine Lagarde und der Gouverneur der Banque de France, Emmanuel Moulin, sehen derzeit allerdings keinen Handlungsbedarf.
Wie ernst ist die Lage in Frankreich, unter welchen Voraussetzungen könnte die EZB intervenieren, und welche Risiken wären damit verbunden? Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu finden Sie in unserer Bilderstrecke. (mb/Bloomberg)












