Dividendenwachstum statt Spekulationen auf schnell wachsende Geschäfte – so lautet das Mantra der Portfoliomanager Nick Getaz und Matt Quinlan von der US-amerikanischen Fondsgesellschaft Franklin Templeton. Sie sagen voraus, dass Anleger sich bald von wachstumsstarken Aktien etwa aus dem Technologiesektor abwenden könnten. "Mit den anhaltenden Handelsspannungen zwischen den USA und China und den Anzeichen für ein langsameres Wachstum der Weltwirtschaft scheint der Markt eher an stabilen Unternehmen mit nachweislich beständigem Dividendenwachstum interessiert zu sein", sagen die Experten in einem aktuellen Marktkommentar.

Nach Ansicht der Franklin-Templeton-Manager weisen neben hohen vor allem steigende Dividenden auf robuste Geschäftsmodelle hin, die in solchen Phasen profitieren. Viele der Unternehmen seien Marktführer – auch das mache sie besonders stabil: "Unserer Recherche zufolge ist bei Unternehmen mit steigenden Dividenden in der Regel ein größerer langfristiger Kurszuwachs zu beobachten als bei Unternehmen, die ihre Dividenden unverändert belassen oder keine Dividenden zahlen." Die Manager suchen in bei ihren Portfolios also nach Aktien von Unternehmen, die ihre Dividenden in den vergangenen zehn Jahren regelmäßig steigern konnten.

Vielversprechende Sektoren
Unternehmen aus dem Industriesektor seien vielversprechende Kandidaten für steigende Dividenden, sagen Getaz und Quinlan, aber auch immer mehr etablierte Technologieunternehmen gehörten dazu. Viele Unternehmen des Finanzsektors haben sich aus ihrer Sicht ebenso zu Dividenden-Überfliegern gemausert. In Zeiten der Finanzkrise mussten viele dieser Unternehmen ihre Dividenden streichen. Doch inzwischen haben sie sich erholt, erklären die Experten. (fp)