Kaum ein Thema hat die Märkte in diesem Jahr so sehr bewegt, wie die Furcht vor einem Bärenmarkt. Dennoch verzeichneten die globalen Aktienmärkte Rekordstände. Glaubt man der Prognose von Stephen Dover, Anlagestrategie bei Franklin Templeton, dann brauchen Investoren auch 2020 keine Rezession zu fürchten. Zwar würde die Welt derzeit eine der längsten jemals verzeichneten Wachstumsphasen erleben, die Dauer alleine führe aber längst nicht zu einem Abschwung. "Die Weltwirtschaft hat sich verändert", erklärt der Anlageprofi.

Sie beruht inzwischen viel stärker auf Dienstleistungen als auf der Produktion, selbst in den Schwellenländern. Dies macht die Wirtschaft dem Experten zufolge stabiler. "Daher erweist sich der Konsum insbesondere in den USA als wesentlich widerstandsfähiger, obwohl das verarbeitende Gewerbe zweifellos eine schwere Zeit durchmacht", sagt Dover.

Rückenwind von der Geldpolitik
Die Wirtschaftsdaten für Herbst 2019 würden zeigen, dass sich die US-Wirtschaft zwar abkühlt, wahrscheinlich aber nicht in die Rezession abgleiten wird. Auch das chinesische Wachstum schwächt sich ab. Die Wirtschaft im Euroraum legt dagegen weiter zu, wenn auch nur gemächlich. "Insgesamt verlangsamt sich das Wachstum, aber wir erkennen keinen wirtschaftlichen Abschwung", sagt der Anlageprofi.

Rückenwind erhalte die globale Konjunktur von den Notenbanken. "Mehrere große Zentralbanken haben 2019 Maßnahmen ergriffen, um das Wachstum im nächsten Jahr zu stützen – und sie werden beim kleinsten Hinweis auf eine Rezession wahrscheinlich weitere Schritte einleiten." (fp)