Die Zinssenkung der Federal Reserve ist für Schwellenländer-Investoren von großer Bedeutung: Sie ist die erste seit über einem Jahrzehnt und symbolisiert eine Kehrtwende der US-Notenbank, die vor sieben Monaten noch steigende Zinsen erwarten ließ. Zudem vollzieht sie sich vor dem Hintergrund der längsten US-Wirtschaftsexpansion der Neuzeit, eines neuen Höchststandes am US-Aktienmerkt und eines bemerkenswert gedämpften Inflationsdrucks für diese Phase des Zyklus. "Die Zinssenkung wird wahrscheinlich dazu beitragen, das Wachstum in den USA zu verlängern", sagt Manraj Sekhon, Anlageprofi bei Franklin Templeton.

Die US-Wirtschaft ist der wichtigste Wachstumstreiber für die globalen Schwellenländer. Entsprechend positiv fällt daher auch der Ausblick des Wirtschaftsexperten aus: "Der Aufwärtsdruck auf den US-Dollar wird verringert, Währungen der Schwellenländer werden gestützt und sie können die Dynamik der Binnenwirtschaft vorantreiben mit dem Ziel, in Zukunft weniger von den USA abhängig zu sein", sagt Sekhon.

Attraktive Fundamentaldaten
Der Blick auf die vergangenen vier Zinszyklen zeigt: In den letzten zwei bis drei Jahren nach der ersten Zinssenkung der US-Notenbank schneiden Schwellenländer tendenziell besser ab als die USA. Einzige Ausnahme bislang war die Periode vor Beginn der Asienkrise 1997. "All dies, zusammen mit den attraktiven Fundamentaldaten in den Schwellenländern, stimmt uns positiv für Schwellenländer-Aktien", sagt Sekhon. (fp)