Viele Marktbeobachter sehen das Ende des Bullenmarkts bei US-Aktien gekommen und raten von einem Kauf ab. Nicht so Franklin-Templeton-Experte Grant Bowers: Er hält US-Aktien zwar nicht für günstig bewertet, sieht aber dennoch Luft nach oben. "Wir sind der Ansicht, dass die Entscheidung der US-Notenbank, ihre Zinsen in diesem Jahr zu senken, ein günstiges Umfeld für weiteres Wachstum bei US-Aktien geschaffen hat", sagt Bowers.

Seiner Einschätzung nach dürfte die US-Wirtschaft über einen sehr viel längeren Zeitraum um etwa zwei bis drei Prozent pro Jahr wachsen, als von vielen Marktbeobachtern derzeit angenommen wird. Dafür nennt Bowers zwei Gründe: die Stärke des Konsumsektors und die Unternehmensgewinne. "Die US-amerikanischen Verbraucher profitieren nun schon seit vielen Jahren von einem robusten Beschäftigungswachstum in den USA und fühlen sich stark genug, um größere Anschaffungen zu tätigen", erklärt der Anlageprofi. Zudem hätten die USA in den vergangenen zwei Jahren ein gewisses Maß an Lohnwachstum verzeichnet, was sich ebenfalls positiv auf die Verbraucherausgaben auswirkt.

Aktienrückkäufe und Dividendensteigerungen
Die Gewinne der Unternehmen haben sich in den USA im dritten Quartal dieses Jahres zwar ein wenig abgekühlt, der Markt hat aber darüber hinweggesehen und sich stattdessen auf die Aussichten für das vierte Quartal und das Jahr 2020 konzentriert. Diese sind heute deutlich positiver als noch vor ein paar Monaten: "Wir glauben, dass sich die Ertragslage künftig weiter verbessern könnte", sagt Bowers.

US-Unternehmen dürften von einer Erholung des globalen Wachstums besonders profitieren, da rund 40 Prozent der Gewinne multinationaler Konzerne im Ausland erzielt werden. Der Anlagestratege rechnet mit weiteren Aktienrückkäufen und Dividendensteigerungen sowie mit Investitionen in das Kerngeschäft – gute Aussichten für US-Anleger. (fp)