Wie am Mittwoch (3.11.)  im Rahmen der UN-Weltklimakonferenz in Glasgow (COP26) bekannt gegeben wurde, hat sich Frankfurt gegen London und andere Finanzzentren durchgesetzt und wurde zum Hauptstandort des International Sustainability Standards Board (ISSB) für die Ausarbeitung globaler Standards zur Offenlegung von Nachhaltigkeitsdaten gekürt. Auch die Schweiz, Kanada und Japan hatten sich um den Sitz dieses Gremiums bemüht. Während der Vorsitz des ISSB in Frankfurt angesiedelt wird, sollen Büros in Montreal für wichtige Unterstützungsfunktionen und eine "vertiefte Zusammenarbeit mit regionalen Interessengruppen" zuständig sein.

"Die Entscheidung ist ein großer Erfolg für den Finanzplatz Frankfurt", freut sich Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. "Deutschland zählt schon heute zu den führenden Standorten, wenn es um nachhaltige Finanzierungen geht. Diesem Anspruch wollen wir auch in Zukunft gerecht werden." Und Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des deutschen Fondsverbands BVI, meint: "Die deutsche Fondsindustrie heißt das ISSB in Frankfurt herzlich willkommen. Die Entscheidung stärkt den Finanzplatz im Wettbewerb mit anderen Städten. Als Stimme der Investoren haben wir schon immer auf die Notwendigkeit globaler Standards hingewiesen, und die Verkündung der Standortfrage zur Klimakonferenz in Glasgow unterstreicht die internationale Dimension."

Politiker aller Ebenen hatten sich für Frankfurt eingesetzt, um zu vermeiden, dass sich die Niederlage der deutschen Bankenhauptstadt gegen Paris wiederholt, als es 2017 um den Sitz der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde ging, sagte Finanz-Staatssekretär Jörg Kukies im September. (mb)