Das aushaftende Volumen an Fremdwährungskrediten (FX-Kreditvolumen) an private Haushalte ist 2019 wechselkursbereinigt um 1,90 Milliarden Euro oder um 12,8 Prozent zurückgegangen, teilt die FMA mit. Die Behörde strebt einen Abbau aus Konsumentensicht weiter – für die Banken sei das Volumen keine Bedrohung mehr, heißt es in einer Aussendung. In absoluten Zahlen haften noch FX-Kredite an Private im Gegenwert von 13,25 Milliarden Euro aus. Zum Höchststand im Jahr 2006 waren es 38,8 Milliarden Euro.

Deckungslücken bei Tilgungsträgern
"Es drohen heute aus den FX-Krediten weder Risiken für die Stabilität des Finanzmarktes Österreichs noch für einzelne Institute. Für die verbliebenen Risiken haben die Banken bereits entsprechend vorgesorgt", so die FMA-Vorstände Helmut Ettl und Eduard Müller: Man treibe den Abbau aber insbesondere mit Blick auf die vorhandenen Deckungslücken bei noch ausstehenden Fremdwährungskrediten mit Tilgungsträgern voran.

Wie hoch die Deckungslücke aktuell ist, wird nicht angegeben. Eine frühere Analyse der Behörde hatte aber ergeben, dass im Jahr 2016 bei zwei Drittel der abgereiften Tilgungsträgerkredite der Tilgungsträger den Kreditbetrag nicht decken konnte.

Noch immer sind gut acht Prozent FX-Kredite
Der Fremdwährungsanteil an allen aushaftenden Krediten an private Haushalte wurde 2019 um 1,3 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent gesenkt. Gegenüber dem Höhepunkt des FX-Kreditbooms, wo dieser Anteil bei 31,8 Prozent lag, sank er somit von ungefähr einem Drittel signifikant unter ein Zehntel.

Zum Jahresende 2019 entfiel mit 96,1 Prozent der Großteil des FX-Forderungsvolumens auf Schweizer Franken und der Rest beinahe zur Gänze auf Japanische Yen. Seit Verhängung des Neuvergabe-Stopps im Herbst 2008 und den begleitenden Maßnahmen zur Begrenzung des Risikos bei den bestehenden Krediten konnte das aushaftende Volumen wechselkursbereinigt um 74,60 Prozent gesenkt werden.

Franken hat stark aufgewertet
Seit Anfang 2008 hat der Schweizer Franken bis 31. Dezember 2019 um 52,2 Prozent aufgewertet und pendelte sich im vierten Quartal, nach Aufhebung des Mindestkurses von 1,20 Franken je Euro im Jänner 2015, zwischen 1,0854 und 1,1047 Franken für einen Euro ein. Derzeit ist ein Euro rund 1,06 Franken wert. (eml)