Immer mehr Sparer können sich dafür begeistern, jeden Monat oder jedes Quartal einen kleineren Betrag in einem Investmentfonds anzulegen. Der Fondssparplan boomt und beschert den Verwaltungsgesellschaften gute Zuwächse. Das zeigt eine Erhebung von FONDS professionell, die in der aktuellen Heftausgabe erschienen ist.

Heuer plus 23 Prozent
Zum Beispiel hatten die Volksbanken beziehungsweise deren Hauptfondspartner Union Investment Austria im August 2016 erst 23.000 laufende Sparpläne, heute sind es bereits 86.000. Allein im ersten Dreivierteljahr 2019 lag das Plus bei 23 Prozent. Bei Kepler Fonds beziehungsweise beim Hauptvertriebspartner Raiffeisen Oberösterreich legte die Zahl der ausstehenden Sparpläne innert fünf Jahren um 46 Prozent zu.

Spitzenreiter in der Welt der Sparpläne dürfte die Raiffeisen KAG sein: Von hohem Niveau aus gab es in den vergangenen fünf Jahren ein Wachstum bei der Stückzahl um 9,4 Prozent. Konkurrent Erste Asset Management (Erste AM), startet gerade jetzt richtig durch: Allein heuer lag das Plus bei fast zehn Prozent. Ähnlich bei der kleinen Sparkasse Oberösterreich KAG, die heuer ein Plus von 15 Prozent berichtet. Genaue Zahlen finden sich in der Printausgabe.

Wichtige Umsatzbringer
Vielerorts trugen die Fondssparpläne in den vergangenen Jahren wesentlich zum Geschäftswachstum bei. Etwa bei der Union Investment Österreich wo Sparpläne heuer bereits mehr als 20 Prozent des Bruttoabsatzes ausmachen sollen. Auch bei der Erste AM bestätigt Peter Karl, verantwortlicher Geschäftsführer für Retail: "Für uns ist der Fondssparplan in den letzten Jahren eines der wichtigsten Produkte geworden." Beim heuer neu aufgelegten "Future Invest" sei die Hälfte der Leute über Sparpläne eingestiegen, so Karl.

Rainer Schnabl, Vorsitzender der Geschäftsführung beim Rivalen Raiffeisen KAG, erklärt ebenfalls, dass Fondssparen ein wichtiges strategisches Geschäftsfeld sei. Man unterstütze die Raiffeisenbanken dabei "mit hoher Priorität".

Kein Interesse an Vergleichbarkeit
Angesichts solcher Bekräftigungen ist es überraschend, dass viele Mitbewerber dazu nichts sagen wollten. Etliche verwiesen auf den Vertrieb, der aber wiederum schwieg. Zum Beispiel Amundi Austria, drittgrößte Anlagegesellschaft im Lande: Dort kann man Sparplanzahlen nicht darstellen, während diese bei den beiden Bankpartnern Bawag und Bank Austria schlicht nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

Zwar stimmt es, dass die vertreibenden Banken bei den Zahlen an der Datenquelle sitzen. Man darf aber davon ausgehen, dass die Vertriebsverantwortlichen in den Verwaltungsgesellschaften die Zahlen kennen. Es ist wohl eher so, dass viele KAGs keinen Wert auf Vergleiche legen. Einen Hinweis darauf liefert der Fondsverband (VÖIG): Es habe eine Initiative gegeben, die Sparplanzahlen darzustellen, aber die sei vor Jahren abgelehnt worden, heißt es dort.  

"Diese Kritik teile ich"
Wie sehr diese Haltung – Konkurrenz statt gemeinsame Stärke – den Verband und die gesamte Branche schwächt, zeigt sich nun gerade bei diesem Thema: Rund um den Weltspartag warnten Konsumentenschützer in mehreren Aussendungen aufgrund hoher Kosten vor Sparplänen. Alle Aussendungen und die darin angewandten Berechnungsmodelle ließ die VÖIG völlig unkommentiert. Hintergrund der Funkstille ist, so hört man, das Übereinkommen, dass die Fondsgesellschaften den Weltspartag den Banken (zu denen viele KAGs gehören) überlassen. Auf die Tatenlosigkeit des VÖIG angesprochen, meinte Raiffeisen-KAG-Chef Schnabl knapp aber eindeutig: "Diese Kritik teile ich."

Schlussendlich erledigten andere die Arbeit, die ein Fondsverband hätte übernehmen können: Der Fachverband der Finanzdienstleister und das Finanzjournalistenforum rechneten in einer Veranstaltung zum Weltspartag Chancen und Risiken gegeneinander auf. Wenig verwunderlich, mussten sie dabei auf Zahlen aus Deutschland zurückgreifen, die dort der Fondsverband BVI erhebt. Darin sieht man: Selbst nach Kosten haben Sparpläne die Anleger im Durchschnitt der vergangenen Jahre nicht hängen lassen. (eml)


Den gesamten Artikel samt Tabellen und weiteren Zitaten lesen Abonnenten in der aktuellen Heftausgabe 4/2019 von FONDS professionell so wie in der Ausgabe des E-Magazins.