Investoren gehen gutgelaunt ins neue Jahr, die Stimmung am Markt verbessert sich zusehends. Für Robert Beer, Chef der gleichnamigen Investmentboutique, ist das ein Warnsignal. "Man sollte eine gewisse Vorsicht walten lassen, denn diese Sorglosigkeit macht die Märkte anfällig für temporäre Korrekturen", sagt er. Mögliche Auslöser kann es viele geben – das hat zuletzt etwa die Iran-Krise gezeigt. "Daher ist eine risikoadjustierte Vorgehensweise angebracht", mahnt Beer.

Auf der Aktienseite zeigt sich der Anlageprofi für das laufende Jahr vorsichtig optimistisch. Die US-Präsidentschaftswahlen im September dürften sich unterm Strich positiv auf die Aktienkurse auswirken, schätzt er. Auch im Handelsstreit zwischen China und den USA rechnet er über kurz oder lang mit einer positiven Entwicklung. Anders sieht es bei Anleihen aus: "Die Rentenmärkte sind heillos überbewertet. Insbesondere High Yields sind sehr riskant", warnt Beer.

Rücksetzer als Chance betrachten
In den kommenden Jahren dürften sich für Anleger vor allem hochwertige europäische Aktien lohnen, prognostiziert Beer. Bei Technologiewerten und illiquiden Startups rät er dagegen zur Vorsicht. "Am Fall von WeWork und Uber kann man erkennen, wie viel heiße Luft teilweise in den Bewertungen enthalten ist", sagt er. Angesichts der allgemeinen Sorglosigkeit trotz vieler potenzieller Krisenherde sollten Anleger eventuelle Rücksetzer zum Einstieg oder zum Nachkaufen nutzen, rät der Fondsprofi. (fp)