Viele Weltkonzerne aus Zukunftstechnologien werden künftig nicht mehr aus Europa und den USA kommen, sondern aus China, ist Patrick Picenoni überzeugt, der Co-Gründer des Family Offices Conren. Denn das Reich der Mitte habe zwei oft übersehene Asse im Ärmel: Künstliche Intelligenz (KI) und das Internet der Dinge (IoT). "Chinesische Unternehmen überflügeln in beiden Disziplinen bereits heute das Silicon Valley, wenn es um Erfindergeist, Geschwindigkeit und Ertragskraft geht", sagt der Experte. Wer in diese Branchen investieren wolle, komme an China nicht vorbei.

Zu den nationalen Champions aus der Volksrepublik zählt der Manager des Mischfonds Conren Fortune zum Beispiel Tencent, Baidu oder auch den chinesische E-Commerce-Riese Alibaba. Vor allem letzterer biete für Investoren viel Potential, sagt Picenoni. "Alibaba hat sich über das Angebot verschiedener Dienstleistungen und Produkte sowie den Einsatz immer leistungsstärkerer KI-Algorithmen ein eigenes, digitales Ökosystem aufgebaut", berichtet er. Alibaba sei deshalb weit mehr als nur ein reines E-Commerce-Unternehmen. Mittlerweile bietet das Unternehmen eine Vielzahl von zusätzlichen Services, vor allem im Finanzbereich.

Digitale Finanzdienstleistungen boomen
In China findet dieses Geschäftsmodell viel Anklang. "Chinesen sind extrem experimentierfreudig und bezahlen, anders als wir in Europa, bereitwillig für diese Dienstleistungen", erklärt der Experte. Banktransaktionen, die Aufnahme von Krediten oder der Abschluss einer Versicherungspolice gehen in China wie selbstverständlich und binnen weniger Minuten von der Bühne. "Solange der Service gut ist, der Preis stimmt und es ihnen sowie ihren Kindern dadurch besser geht, werden derartige Dienste gerne in Anspruch genommen und bedenkenlos vergütet." (fp)