Der Dezember 2018 war am Aktienmarkt der schlechteste seit 1929, der Oktober ebenfalls eine Katastrophe. Insgesamt müsse man das vergangene Jahr unter dem Schlagwort "No place to hide" abheften, resümmiert Wolfgang Matejka, Manager des erfolgreichen Österreich-Fonds Mozart One. 93 Prozent aller globalen Assets seien negativ gewesen, ein historisch bisher unerreichter Wert. "Die Korrelation sämtlicher Anlageklassen zueinander war positiv. Es gab praktisch keine Chance für aktive Manager, über eine möglichst gute Diversifikation auszuweichen", so Matejka.

Wie herausfordernd 2018 war, sehe man auch bei den stark von Korrelationen abhängigen Hedgefonds, wo nur 16 von 450 das Jahr im Plus abschließen konnten, so Matejka. Sein Mozart One hatte in den vergangenen Jahren immer eine ansehnliche Performance verzeichnet, im Vorjahr erwischte es ihn mit rund 24 Prozent Performanceminus (hauptsächlich im Dezember und Oktober) aber ebenfalls ordentlich.

Weniger Aktien werden auf Kredit gekauft
Wie so viele Fondsprofis, mit denen man derzeit spricht, grübelt auch Matejka noch über das Jahr 2018. Als mögliche Erklärungen für den Einbruch könnten Einzelfaktoren wie die Eintrübung beim deutschen BIP, Handelskriege oder der nahende Brexit nur teils herhalten, sagt er.

Eine weitere Rolle könnte auch der scharfe Einbruch der Kredithebelung (Margin Debt) am Aktienmarkt spielen. Investoren wie Warren Buffett verfolgen diese Strategie, wo beim Aktienkauf nur ein Teil des Geldes hinterlegt wird. Den Rest stellt der Broker beziehungsweise die Investmentbank. Werden die Banken hier vorsichtiger und verknappen die Kredite, können bei hohem Leverage-Anteil die Aktienmärkte schnell wanken. Und Ende 2017 begannen diese fremdfinanzierten Aktienkäufe von einem Rekordhoch weg massiv abzuschmelzen – ein Muster übrigens, das 2001 und 2008 ebenfalls auftrat und mit einer Rezession einherging.

Kritik an ETFs
Matejka erachtet außerdem die zunehmende Zahl an passiven ETFs und die Volumina der darin gehaltenen Aktien als bedenklich. Einer der vielen Gründe für fundamental nicht nachvollziehbare Volatilitäten sei vermutlich da zu finden. 30 Prozent der globalen Aktien seien in Händen von passiven Fonds. Rund um den Kurssturz im Februar 2018 seien acht Prozent des globalen ETF-Volumen innerhalb von zwei Tagen gehandelt worden. "Wo große Volumina entstehen, da haben Automatismen die Gefahr, den Markt zu überfordern", so Matejka.

Was nun 2019 und die allgegenwärtige Rezessionsangst betrifft, herrscht bei Matejka & Partner Asset Management keine Untergangsstimmung. Fondsmanager Florian Rainer betont die Chancen, die aktive Manager immer finden können. "Ich würde mich eher auf Bewertungen konzentrieren und nicht zu nervös werden", meint Rainer, der für europäische Werte positiv gestimmt ist.

Die starke Performance am US-Markt sei technologiegetrieben. "Ich glaube nicht, dass das ewig so weiter geht. Irgendwann wird Quality und Value wieder wichtiger, und das lenkt den Fokus auf europäische Aktienmärkte", sagt Rainer, der seine Fonds Wiener Privatbank European Equity und Wiener Privatbank European Property mit minus neun und minus sieben Prozent vergleichsweise gut durch das schwierige Jahr gebracht hat. (eml)