Viele Fondsmanager blicken pessimistisch auf die Weltwirtschaft. Das zeigt eine Umfrage der Bank of America unter internationalen Fondsmanagern, berichtet das "Handelsblatt". 72 Prozent der Befragten rechnen mit einer schwächeren Weltkonjunktur in den kommenden zwölf Monaten. 77 Prozent erwarten sogar eine Stagflation – das sind knapp 11 Prozentpunkte mehr als im April. Und auch die Unternehmensgewinne werden nicht steigen, prognostizieren rund zwei Drittel der Fondsmanager. 

In der Folge richten Vermögensverwalter ihre Portfolios neu aus. Knapp die Hälfte der Befragten fährt im Moment einen defensiveren Kurs als zuvor, berichtet das "Handelsblatt". Viele setzen verstärkt auf Rohstoffe und Immobilien. Zugleich gewichten rund 13 Prozent der Befragten Aktien im Vergleich zur Benchmark unter. Technologietitel, Konsumwerte und Versorger sind tendenziell unbeliebt, während Pharmaaktien, Energieaktien und Unternehmen mit Gütern des täglichen Bedarfs besonders gefragt sind. 

Angst vor Zinserhöhungen
Trotz der hohen Inflationsraten steigt der Cash-Anteil im Portfolio vieler Fondsmanager. Im Schnitt halten die befragten Manager 6,1 Prozent ihres Portfolios in liquiden Mitteln – im Vormonat waren es 5,5 Prozent. Die Mehrheit der Befragten rechnet für die kommenden Monate mit einer zurückgehenden Inflation.

Eine restriktivere Geldpolitik sehen die Großanleger als das größte Risiko für die Kapitalmärkte. Insbesondere mit Blick auf die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) gehen die Befragten mittlerweile von acht Zinsschritten im aktuellen Zyklus aus. Die Sorge um die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs rückt derweil etwas in den Hintergrund. (fp)