Die Rotation von Wachstums- in Substanzwerte scheint bereits wieder vorüber zu sein. Im Juni hatten in einer Umfrage der Bank of America noch 48 Prozent von knapp 300 befragten Portfoliomanagern Value- gegenüber Growth-Aktien bevorzugt. Jetzt sind es gerade einmal 22 Prozent, berichtet das "Handelsblatt". Value-Aktien haben, gemessen am MSCI World Value Index, seit Anfang Juni knapp ein Prozent verloren. Im Index enthalten sind vor allem Finanz-, Pharma- und Industriewerte, denen anscheinend keine langfristig überdurchschnittliche Entwicklung mehr zugetraut wird. Das entsprechende Growth-Barometer des Indexanbieters mit seinen wachstumsstarken Technologiewerten legte im selben Zeitraum sechs Prozent zu.

Anlageprofis gehen offenbar davon aus, dass Wachstum bald wieder ein knapperes und entsprechend höher bepreistes Gut wird. Weniger als die Hälfte aller Umfrageteilnehmer rechnet damit, dass die globale Wirtschaft in der kommenden Zeit stärker an Fahrt aufnehmen wird. Im März hatten noch 91 Prozent der Befragten mit einer kräftigeren Konjunktur gerechnet. Von Pessimismus kann dennoch keine Rede sein. Laut Bank of America gewichten weiterhin 58 Prozent der Profi-Investoren Aktien in ihren Portfolios höher, als es die Benchmarks vorgeben. Vor allem europäische Titel, die typischerweise stark konjunkturabhängig sind, werden deutlich übergewichtet. Das Vertrauen in die Aktienmärkte ist also alles andere als gebrochen. (fp)