In der Unsicherheit und dem Drama um den Iran-Krieg wartet Taunus Trust auf günstigere Einstiegskurse in attraktiven Marktsegmenten. Diese seien noch nicht auf breiter Ebene erreicht. Freies Kapital zum Einstieg halten die Fondsmanager aus Bad Homburg aber bereits vor.

Keine Prognose zum Konfliktausgang
Die bisherige Marktreaktion auf den Konflikt in der Golfregion sei noch recht gemäßigt. Vermutlich, so die Experten, würden die meisten Investoren gemäß der Maxime "Politische Börsen haben kurze Beine" von einer nur kurzen Auseinandersetzung ausgehen. Die historische Perspektive unterstütze diese Sichtweise: "Wenn man sich die großen Konflikte mit Iran-Bezug seit dem Zweiten Weltkrieg ansieht, zeigt sich, dass diese Ereignisse für Aktienanleger paradoxerweise oft attraktive Einstiegsgelegenheiten boten", heißt es in einem Marktkommentar.

Und weiter: "Auch wenn es diesmal anders kommen kann und man das durch die jüngsten Entwicklungen verursachte Leid keinesfalls ausblenden sollte, legt die Historie nahe, dass die aktuelle Marktkorrektur eine Chance für diejenigen sein könnte, die ihre Aktienquote erhöhen wollen."

Korrektur aus dem falschen Grund
Taunus Trust schreibt in Marktberichten schon seit Monaten von einer Korrektur, die man nutzen wolle, um Aktien aufzustocken. Doch noch sei die Zeit dafür nicht gekommen, zumal der Auslöser ein anderer ist als erwartet. Im Kommentar heißt es: "Die Entwicklung im Nahen Osten war nicht der Grund, wieso wir vorsichtig positioniert waren. Vielmehr stören wir uns als Antizykliker vor allem am positiven Marktsentiment, der langen und von nur wenigen Titeln getragenen Aufwärtsbewegung des Aktienmarktes und der hohen Bewertung vor allem der Anlegerlieblinge im US-Technologiesektor."

Allerdings würde man mit jedem schwachen Tag in einigen Marktsegmenten attraktiven Einstiegsniveaus näher kommen: "Wir werden in den kommenden Tagen verstärkt nach Titeln schauen, die besonders unter Druck gekommen sind, und vermutlich erste Käufe vornehmen, um die Aktienquoten zumindest auf dem Niveau von vor der Korrektur zu halten." (jh)