Die E-Mobilität setzt sich durch, der Wasserstoff-Antrieb indes bleibt auf der Strecke. Schon länger zeichnet sich ab, dass Wasserstoff den Kampf der alternativen Antriebsquellen fürs Auto wohl verlieren wird. Auch Markus Voigt, Chef des Vermögensverwalters Aream Group, kommt zu diesem Fazit. "Wasserstoff ist eine tolle Technik, die aber nicht vermarktet wurde", sagt Voigt. Ganz anders lief es bei der E-Mobilität: "Der Elektroauto-Pionier Tesla baut ein eigenes Netz von Tausenden von Ladestationen, staatliche Förderprogramme und industrielle Initiativen verbessern die Ladeinfrastruktur weiter", beobachtet der Fondsinitiator. 

Schade eigentlich, denn Wasserstoff sei wahrscheinlich das bessere Konzept. "Es geht ihm aber wie einst dem Video-2000-System in den 1980er-Jahren: Es war besser als VHS, verschwand aber wegen der Überheblichkeit seiner Ingenieure in der Versenkung", zieht Voigt eine geschichtliche Parallele.

Für das Klima sei das Ende vom Anfang des Wasserstoff-Autos keine gute Nachricht.  "Zwar sind Elektroautos emissionsfrei unterwegs und, wenn der Strom zu ihrem Antrieb aus erneuerbaren Energien kommt, nahezu klimaneutral", sagt Voigt. Doch das Speichermedium, die Batterie, müsse mit einigermaßen hohem Ressourcenaufwand hergestellt werden. Wasserstoff wird bei Fahrzeugen dagegen im Tank gespeichert, der zu seiner Herstellung kaum Ressourcen verbraucht.

Sieger in der Industrie
Auch wenn es beim Auto nicht funktioniert habe, so bleibe Wasserstoff ein wichtiger Treiber für den nachhaltigen Wandel in der Industrie. "Eine industrielle Wasserstoffinfrastruktur besteht bereits, viele Industriebetriebe sind angeschlossen, auch Speicherung in Tanks oder Kavernen ist schon möglich", sagt Voigt. Hier werde ein großer neuer Markt entstehen. (fp)