Die soeben veröffentlichte Fondskostenstudie der Finanzmarktaufsicht zeigt, dass die Fonds österreichischer Anbieter vergleichsweise günstig sind. Während man für inländische Fonds im Durchschnitt 1,2 Prozent an Gebühren zahlt, sind es im europäischen Durchschnitt 1,5 Prozent. Wobei vor allem Rentenfonds hierzulande deutlich billiger sind (0,7 zu 1,1 Prozent), bei Mischfonds liegt Österreich im EU-Durchschnitt (1,6 Prozent) und bei Aktienfonds etwas höher (1,9 zu 1,7 Prozent). Verglichen mit Deutschland sind die Gebühren in etwa gleich, so die FMA.

Markante Unterschiede gibt es, wenn man die Kosten nach den verschiedenen Veranlagungsstrategien und Risikoklassen aufschlüsselt: Je konservativer desto günstiger. Die niedrigsten Fondsgebühren weisen kurzfristige Rentenfonds auf, gefolgt von Rentenfonds, Immobilienfonds, Mischfonds und Aktienfonds. So haben zum Beispiel Rentenfonds durchschnittlich maximale Verwaltungsgebühren von 0,98 Prozent, laufende Kosten von 0,66 Prozent und durchschnittliche maximale Ausgabeaufschläge von 3,41 Prozent. Zum Vergleich die Aktienfonds: 1,60 Prozent (Verwaltung), 1,71 Prozent (laufend) und Ausgabeaufschlag 4,25 Prozent.

Risikoklasse wesentlich
Signifikant ist auch der Zusammenhang zwischen Risikoklasse und Gebühren: Je höher das Risiko, desto teurer ist der Fonds. Risikoklasse 2 (SRRI-Klassifizierung, Synthetischer Risiko-Rendite-Indikator) hat zum Beispiel durchschnittlich maximale Verwaltungsgebühren von 0,74 Prozent während es in der Klasse 7, der höchsten Stufe, 1,69 Prozent sind. Wobei hier auch der Konnex zur Anlagestrategie beachtet werden muss. So sind die Gebühren in der risikoärmsten Stufe 1 leicht höher als in der zweiten. Der Grund: In der ersten Stufe befinden sich häufig Immobilienfonds, die zwar meist risikoärmer aber generell kostenintensiverer sind.Nachhaltigkeitsorientierte Fonds, die meist ebenfalls auf Wertstabilität achten, weisen im Vergleich zum Gesamtmarkt ebenso geringfügig niedrigere Gebühren aus.

Für die Untersuchung hat die FMA die Gebühren-Angaben von 1.035 österreichischen Publikumsfonds mit einem aggregierten Fondsvermögen von EUR 101,44 Milliarden Euro analysiert. Fondsgebühren sowie die Art ihrer Berechnung sind in den Fondsbestimmungen zu regeln. Außerdem müssen Fondsgebühren, Ziele und Anlagepolitik, sowie Risiko- und Ertragsprofil in dem gesetzlich vorgeschriebenen Kundeninformationsdokument (KID) angegeben werden. (eml)